bis 07.05. | #4828ARTatBerlin | Galerie feinart berlin zeigt ab Samstag, 28. März 2026 die Ausstellung „Millesfleur“ der Künstlerin Christine Jackob-Marks.
Christine Jackob-Marks, deren Werk zuletzt von Samuelis Baumgarte in der Dialogausstellung „KOSMOS“ mit Otto Pine in Bielefeld gewürdigt wurde, beschäftigt sich in ihrem gesamten Künstlerinnenleben mit der Natur und der Frage nach der Wahrheit, die hinter dem Offenbar- Sichtbaren verborgen liegt. In ihren Landschaftsgemälden wird die Natur zu Quelle und Spiegel von menschlichen Gefühlsräumen und existenziellen Fragen. Immer wieder setzt sie sich jedoch auch mit den Spuren der Verletzung auseinander, die der Mensch seiner natürlichen Heimat zuteil werden lässt.
Christine Jackob-Marks, Geburtstagsstrauß, 2005,
Mischtechnik auf Leinwand, 130 x 100 cm © feinartberlin
Diese Bivalenz der Natur findet in Christine Jackob-Marks Blumenbildern eine weitere Differenzierung, der die Ausstellung durch den Blick auf drei verschiedene Schaffensphasen nachgeht. Zwischen den Arbeiten der späten Studienzeit Anfang der 1960er Jahre und heute liegen Welten wie sie zwischen Bettina von Arnims Satz „Blumen sind Liebesgedanken der Natur“ und Charles Baudelaires „Fleurs du Mal“ stehen. Auf der einen Seite liegt Schönheit und Harmonie, auf der anderen Vergänglichkeit und Verführbarkeit. Das Bild der Blume, beides verbindend, beweist, dass in beiden Welten eine Art von Schönheit denkbar ist, die nur um ihrer selbst willen existiert.
Im Lichte dreier weit auseinander liegenden Schaffensphasen eröffnen die mille fleurs von Christine Jackob-Marks ein Panorama dessen, was Blumen als künstlerisches Thema bedeuten können.

Christine Jackob-Marks, Gemischter Strauß I, 2005,
Mischtechnik auf Leinwand, 180 x 160 cm © feinartberlin
In ihrer Studienzeit an der Hochschule der Künste Berlin (UdK) entwarf die Künstlerin zwischen 1960 und 1964 Stoff- und Tapetenmuster und experimentierte dabei mit floralen Elementen. In der formalen Abstraktion und Rhythmik stehen diese handgefertigten Blätter in der Tradition des Ornaments, hinsichtlich ihrer Farbpalette verblüffen sie durch Frische und Aktualität. Ein Teil des Konvoluts befindet sich im Berliner Werkbundarchiv — Museum der Dinge.
Christine Jackob-Marks, O.T., 2026, Mischtechnik auf Leinwand, 100 x 80 cm © feinartberlin
Um 2000 arbeitete Christine Jackob-Marks über den Tagebau in der Lausitz als Bild für die Zerstörung der Natur durch den Menschen. Als hätte die Künstlerin die Welt wieder zum Erblühen bringen wollen, so markiert im Jahr 2005 eine umfangreiche Serie von Blumenstillleben den Abschluss dieser Lausitz-Zeit. Vor dem realen Vorbild entstanden — „Es gab immer Blumen im Haus!“, sagt die Künstlerin —, konterkarieren Gemälde aus dieser Zeit das Klischee des „Blumenmalens als Frauenkunst“ allein schon durch ihr großes Format: in „Gerbera II“ bespielen nur sechs Blüten eine 180 x 160 cm Leinwand.
Christine Jackob-Marks, O.T., 2026, Mischtechnik auf Leinwand, 80 x 80 cm © feinartberlin
Seit 2025 taucht das Blumenmotiv erneut auf. Im Unterschied zu 2005 finden wir dunkle Farbenund komplexe, teilweise wie geologische Formationen wirkende Oberflächenstrukturen. Ein energetischer, intuitiver Gestus prägt sich aus, der im Werk der Malerin generell vermehrt in den Vordergrund tritt. Aus der Balance von Geschwindigkeit / Spontaneität, mehrfachen Überarbeitungsprozessen und dem Experiment mit verschiedensten Malmitteln schafft sie brillante, nahezu organisch gewachsene Strukturen.

Christine Jackob-Marks, O.T., 2026, Mischtechnik auf Leinwand, 80 x 80cm ©feinartberlin
Wer die politische, gegenüber gesellschaftlichen Entwicklungen aufmerksame Persönlichkeit der Künstlerin kennt, versteht noch deutlicher, warum aus den geheimnisvollen Tiefen dieser Dickichte, Nachtwiesen und mikrokosmischen Blütenbildungen hoffnungsvolle Lichter hervorleuchten. Christine Jackob-Marks sagt: „selbst im Dunkeln der Dominanz der Zerstörung wachsen die Blumen“. Man möchte mit Ralph Waldo Emerson entgegnen: denn „die Blumen sind das Lächeln der Erde“.
Vernissage: Samstag 28. März 2026 18:00-21:00 Uhr | 19:00 Uhr Offizielles Grußwort
Ausstellungsdaten: Samstag 28. März bis Donnerstag 07. Mai 2026
Finissage: Donnerstag 07. Mai 2026, 18:00 bis 21:00 Uhr
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Bildunterschrift Titel: Millesfleur1-2025-Christine Jackob-Marks-feinartberlin-klein Christine Jackob-Marks, O.T., 2025, Mischtechnik auf Leinwand, 100 x 80cm © feinartberlin
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