post-title Caroline Jane Harris | A Stopped World | Kristin Hjellegjerde Gallery Berlin | 31.10.-19.12.2020

Caroline Jane Harris | A Stopped World | Kristin Hjellegjerde Gallery Berlin | 31.10.-19.12.2020

Caroline Jane Harris | A Stopped World | Kristin Hjellegjerde Gallery Berlin | 31.10.-19.12.2020

Caroline Jane Harris | A Stopped World | Kristin Hjellegjerde Gallery Berlin | 31.10.-19.12.2020

bis 19.12. | #2886ArtatBerlin | Kristin Hjellegjerde Berlin zeigt ab 31. Oktober 2020 die Ausstellung A Stopped World mit Arbeiten der Künstlerin Caroline Jane Harris.

Ein endloser, blauer, violetter und rosafarbener Himmel über den eine wogende Rauchwolke zieht. Ein Gefühl von Stillstand und Bewegung, Zerbrechlichkeit und Kraft. Die britische Künstlerin Caroline Jane Harris wirft ihren Blick erneut auf die Reproduktion unserer weitläufigen natürlichen Umwelt und widmet sich in ihren neuen Arbeiten der Entstehung und den Formen von Bildern im digitalen Zeitalter. Harris kombiniert Motive aus Büchern und Internetvideos, mit dem ihr eigenen Verfahren des Ausschneidens von Digitaldrucken per Hand und schafft so visuell komplexe und fesselnde Werke, die die taktilen Eigenschaften und Dimensionen der Bilder neu beleuchten. Ihre Einzelausstellung in Berlin, A Stopped World, bietet die Möglichkeit einer sorgfältigen Aufarbeitung unserer Sehgewohnheiten, der Wahrnehmung von Raum und Zeit und der Auseinandersetzung mit Technologien.

Die Thematiken in Harris‘ Arbeiten sind nicht vorgefasst. Stattdessen sammelt die Künstlerin Bilder aus verschiedensten Quellen. Diese Bilder sind aus ihrem ursprünglichen Kontext gelöst und werden später durch Harris‘ vielschichtiges kreatives Verfahren mit neuer Bedeutung versehen. Für die ausgestellten Arbeiten hat die Künstlerin Luftaufnahmen aus Büchern (Fundstücke), abfotografiert und entzieht so den ursprünglichen Dokumenten ihre Wahrhaftigkeit und Definition. Caroline Jane Harris arbeitet auch mit Bildschirmfotos aus Internetvideos, ein Verfahren, das sie mit der analogen Herstellung einer Fotografie ohne Kamera vergleicht, wobei sie bewusst die schlechte Qualität, die oft ein Nebenprodukt der digitalen Welt ist, in Kauf nimmt. Harris schneidet von Hand mit einem Skalpell in die gedruckten Bilder ein, dabei stützt sie sich auf die Softwarefunktion eines Bitmap-Bildes und schafft so Kunstwerke, die die Mechanik des Sehens in einer digitalen Welt erforschen.

ART at Berlin - Courtesy of Kristin Hjellegjerde Gallery - Caroline Jane Harris - 2020
Caroline Jane Harris | Deep, Slow, Still I | Hand-cut layered digital print, 90 x 123 cm, 2020

Von zentraler Bedeutung für Harris‘ künstlerische Praxis ist der Prozess aus Bildern Bilder anzufertigen. Sie bezieht sich damit auf den gegenwärtigen Zustand unserer Kultur, in der Medien nicht mehr nur Informationen weitergeben, sondern das Reale ersetzen. Das großformatige Kunstwerk ‚A Stopped World‘, das Herzstück der Ausstellung, fügt sich aus einer Serie von 16 Bildschirmfotos zusammen, die aus einem Online-Video eines Vulkanausbruchs stammen. Betrachtet man die Bilder aus der Ferne stellt sich ein Gefühl von aufgehobener Zeit und Bewegung ein. Der Blick justiert sich und ein überwältigendes Gefühl von Schönheit und Ganzheit stellt sich ein, eine Besinnung über historische künstlerische Darstellungen der Natur und des Erhabenen. Tritt man jedoch näher, offenbaren sich die unregelmäßigen, von Hand ausgeschnittenen Pixel, welche die Oberfläche aufbrechen und unsere Wahrnehmung erschweren.

Eine zweite begleitende Arbeit ‚In Bloom‘ zeigt die gleichen 16 gekachelten Ausschnitte, dieses mal aus einem zarten, naturfarbenen japanischen Kozo-Papier geschnitten und ungerahmt gehängt. In dieser Arbeit schwebt eine einzige Eruption bedrohlich von der Wand und erzeugt Spannung zwischen der brutalen Kraft des Sujets und der fühlbaren Zerbrechlichkeit des künstlerischen Materials. Dies erinnert erneut an die romantische Tradition, in der die Zerbrechlichkeit und Vergänglichkeit der menschlichen Existenz im Gegenüber der zeitlosen Natur hervorgehoben wird. Allerdings reflektiert Harris hier nicht so sehr über die Natur, sondern stellt stattdessen die Beständigkeit und Schutzlosigkeit der Bilder selbst in Frage.

Wie bei allen Arbeiten von Caroline Jane Harris werden die Rückbleibsel des künstlerischen Verfahrens auch bei diesen Werken sichtbar. Wo Papier in dem Maße entfernt wird, das es abfällt, wird auf subtile Weise die Folge einer körperlichen Auseinandersetzung mit analogen Medien gewürdigt. Wie der Titel der Ausstellung andeutet, handelt es sich um Kunstwerke, die eine langsame, meditative Betrachtung erfordern.
Obwohl sie komplex in ihrer Herstellung sind, ermöglichen Harris‘ Bilder eine Erfahrung, die nicht nur visuell, sondern auch fühlbar ist.

Vernissage: Samstag, 31. Oktober 2020, 12:00 bis 18:00 Uhr

Ausstellungsdaten: Samstag, 31. Oktober – Samstag, 19. Dezember 2020

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