post-title Andreas Eriksson & Kim Chong Hak | painting the path | neugerriemschneider (Christinenstrasse) | 11.09.2026–06.03.2027

Andreas Eriksson & Kim Chong Hak | painting the path | neugerriemschneider (Christinenstrasse) | 11.09.2026–06.03.2027

Andreas Eriksson & Kim Chong Hak | painting the path | neugerriemschneider (Christinenstrasse) | 11.09.2026–06.03.2027

Andreas Eriksson & Kim Chong Hak | painting the path | neugerriemschneider (Christinenstrasse) | 11.09.2026–06.03.2027

bis 06.03. | #5131ARTatBerlin | neugerriemschneider (Christinenstrasse) zeigt ab Freitag 11. September 2026 die Ausstellung „painting the path“ der Künstler Andreas Eriksson und Kim Chong Hak.

painting the path, ein Dialog zwischen Kim Chong Hak und Andreas Eriksson, vereint neue sowie in den letzten Jahren entstandene Werke der Künstler bei neugerriemschneider. Beide orientieren sich in ihren bildnerischen Ansätzen an den Rhythmen der Natur und übertragen diese vor unterschiedlichen generationellen, politischen, geografischen und kulturellen Hintergründen in Kompositionen, die zwischen Figuration und Abstraktion changieren. Mit emotional und formal ausbalancierten Gemälden sind sie zu Chronisten der Berge ihrer Heimat geworden – Kinnekulle in Schweden, wo Eriksson 2002 sein Atelier eingerichtet hat, und Seoraksan in Südkorea, wo Kim seit 1979 lebt und arbeitet. In der Ausstellung zeigen die Künstler, die sich an unterschiedlichen, jeweils entscheidenden Punkten ihrer Laufbahn befinden, die entlegenen Landschaften ihrer Regionen in stetem Wandel – von vibrierender Farbigkeit bis hin zu stillen, in sich gekehrten Momenten.

Die Natur in der Umgebung von Erikssons Haus und Atelier im ländlichen Schweden sowie seine eingehende, sich ständig weiterentwickelnde Auseinandersetzung mit ihr bilden die Grundlage seines künstlerischen Schaffens, in dem eine geschärfte Wahrnehmung für Details, Weiten, Wesensarten und zufällige Momente mit tiefgründiger Introspektion einhergeht. Während die ausgestellten neuen Gemälde im Großformat die Monumentalität der Landschaft widerspiegeln, verleihen sie in Gestalt kleiner Kompositionen seiner Faszination für Nuancen Ausdruck. Mit diesen malerisch-konzeptuellen Übersetzungen natürlicher Phänomene schlägt Eriksson eine neue Richtung ein. Anders als in früheren Arbeiten ist die Farbe nicht länger an Bleistiftvorzeichnungen gebunden, sondern entwickelt sich frei von gegenständlichen Bezügen, wird skulptural und nimmt den Charakter der Werkzeuge des Künstlers an. Von einer langjährigen Beschäftigung mit Farbe profitierend, passt Eriksson seine Methoden ihren Eigenheiten an: Die Zeit, die sie zum Trocknen benötigt, die Art und Weise, wie sie sich mit der Oberfläche verbindet, und ihre Reaktion auf äußere Einflüsse tragen entscheidend zu seiner künstlerischen Praxis bei. Dabei weichen die üblichen charakteristischen Farbfelder seiner Gemälde einem freieren Umgang mit dem Medium, in dessen Folge verstärkt synthetische Pigmente zum Einsatz kommen, die von sanften, organischen Erdtönen bis hin zu intensiven Farben reichen. Neben diesen Bildern zeigt Eriksson in painting the path Bronzeskulpturen – A Second Time (2003 – 2007), eine Auswahl seiner Molehill-Arbeiten (2009 – fortlaufend) und Content is a Glimpse (2008 – fortlaufend) -, die ebenso die flüchtigen Momente der Natur einfangen.

Mit seinen malerischen Hommagen an das ganzheitliche Erleben der Jahreszeiten, deren Vergehen und Wiederkehr, hat sich Kim in den vergangenen sechs Jahrzehnten als einer der bedeutendsten Maler Südkoreas etabliert. Sein kontemplativer, historisch fundierter Ansatz verbindet die konzeptuelle mit der physischen Auseinandersetzung, indem er die Pracht der Natur in leuchtende Farben oder reduzierte, nahezu monochrome und durch prägnante Linienführung akzentuierte Kompositionen übersetzt. Geboren 1937 im Norden des von Japan besetzten Koreas, wuchs Kim in einer Realität auf, in der Land und Landschaft gleichermaßen Schauplätze von Zwietracht waren. Nach Stationen in Tokio, Seoul und New York zog der Künstler in das Gebiet des Seoraksan, dessen Natur zum zentralen Thema seines Schaffens wurde. In Umfang und Maßstab variierend, impliziert diese künstlerische Praxis gleichzeitig Bruch und Würdigung der Vergangenheit.

So ist seine Leidenschaft für das Sammeln von Antiquitäten und regionalem Kunsthandwerk, wie etwa die zwei ausgestellten „Kirogi“ – handgeschnitzte Enten, die bei traditionellen koreanischen Hochzeiten verschenkt werden -, in seinem Werk ebenso präsent wie seine frühen Experimente mit Minimalismus, Abstraktion, Kalligrafie, Poesie und Konzeptkunst sowie sein Engagement in der materialorientierten Mono-ha-Bewegung. Diese Einflüsse, zu einer figurativen Ausdrucksweise weiterentwickelt, prägen bis heute seinen Umgang mit Farbe, der ebenso emotional wie lyrisch, ebenso flüchtig wie fundiert ist. Kims monumentales Gemälde Landscape (2019) erstreckt sich mit einer Breite von 18 Metern über Eck, wodurch es einen einzigartigen Panoramaeffekt erzeugt. Es steht repräsentativ für das Streben des Künstlers, der Natur malerisch auf den Grund zu gehen. Das Dickicht an den Bildrändern wirkt in seiner Tiefe schier unendlich, während die dargestellten Wildblumen in voller Blüte mit dem Versprechen einer ewigen Pflanzenwelt locken.

ART at Berlin- Neugerriemschneider - Andreas ErikssonAndreas Eriksson, Lump, 2026, acrylic, egg-oil-tempera and oil on canvas, 235 x 252 cm. © Andreas Eriksson / VG Bild-Kunst, Bonn. Courtesy the artist and neugerriemschneider, Berlin

Painting the path zeugt von den ausgedehnten Spaziergängen, die viele der Kompositionen von Eriksson und Kim inspirieren. Diese einsamen Wanderungen entlang bewaldeter Pfade werden ohne Erwartungen an kreative Eingebungen unternommen und sind für den künstlerischen Prozess genauso bedeutend wie das Malen oder das Erschaffen von Skulpturen selbst. So entstehen keine Abbilder, sondern enigmatische Deutungen ihrer Umgebung, die, von gesellschaftlichen Zwängen befreit, als Gradmesser von Stimmungen fungieren. In der Ausstellung treffen die Perspektiven der beiden Künstler nun aufeinander, sodass sie sich gegenseitig in neuem Licht betrachten.

Zeitgleich mit painting the path eröffnet Barbara Wien die Ausstellung Horizontal Fold über die zentrale Rolle von Künstlerpublikationen in Erikssons Schaffen, die durch Gemälde, Fotografien, Siebdrucke, Bronzeskulpturen und textile Werke ergänzt wird (bis 24. Dezember). Darüber hinaus widmet das Institut suédois in Paris Eriksson die Ausstellung Soleil et Lune. Andreas Eriksson en dialogue avec Ivan Aguéli (20. Oktober bis 10. Januar 2027). Arbeiten von Kim sind parallel in einer Ausstellung im Gangneung Museum of Art Sorol (22. Juli bis 25. Oktober) und in der groß angelegten Retrospektive Kim Chong Hak, Painter of Seoraksan zu sehen, die nach ihrer Premiere im High Museum of Art im Phoenix Museum of Art gezeigt wird (9. September bis 21. Februar 2027).

Werke von Andreas Eriksson (geb. 1975) wurden in Einzelausstellungen internationaler Museen und Institutionen gezeigt, darunter Murin-an, Kyoto (2024); OōEli, Hangzhou (2024); Lillehammer Kunstmuseum, Lillehammer (2024); Lidköpings Konsthall und Vänermuseet, Lidköping (2023); Thielska Galleriet, Stockholm (2023); De 11 Lijnen, Oudenburg (2021); Skissernas Museum, Lund (2021); Nordiska Akvarellmuseet, Skärhamn (2020); Braunsfelder, Köln (2019); Bonniers Konsthall, Stockholm (2014); Centre PasquArt, Biel (2014); Listasafn Reykjavíkur, Reykjavík (2014), und mumok – Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien, Wien (2008). Der Künstler nahm an der 30. Bienal de São Paulo (2012) teil und vertrat Schweden im Nordischen Pavillon auf der 54. Biennale di Venezia (2011). Eriksson lebt und arbeitet in Medelplana, Schweden.

Werke von Kim Chong Hak (geb. 1937) wurden in Einzelausstellungen internationaler Museen und Institutionen gezeigt, darunter Painter of Seoraksan, High Museum of Art, Atlanta (2025); Highlighting Contemporary Artist III, Busan Museum of Art, Busan (2020), Carte blanche à Kim Chong Hak, Musée national des Arts asiatiques – Guimet, Paris (2018); A Key to Creation, Seoul Museum of Art, Seoul (2015), und Retrospective, National Museum of Contemporary Art, Korea, Gwacheon (2011). Der Künstler nahm an der 13. und 12. Bienal de São Paulo (1975, 1973) sowie an der 4. Biennale de Paris (1965) teil. Kim lebt und arbeitet in Seoul.

Vernissage: Donnerstag, 10. September 2026, 18:00–22:00 Uhr

Ausstellungsdaten : Freitag, 11. September 2026 bis Samstag, 6. März 2027

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Bildunterschrift Titel: Kim Chong Hak, Untitled, 2017, acrylic on canvas, 53 x 65.1 cm. © Kim Chong Hak. Courtesy the artist and neugerriemschneider, Berlin

Ausstellung Andreas Eriksson & Kim Chong Hak – Galerie neugerriemschneider | Zeitgenössische Kunst in Berlin | Contemporary Art | Ausstellungen Berlin Galerien | ART at Berlin

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