bis 28.02. | #4906ARTatBerlin | Contemporary Fine Arts präsentiert ab Samstag, 17. Januar 2026 (Vernissage: 16.01.), die Ausstellung „Paradise News“ der Künstlerin Anna Tuori.
Die Malerei von Anna Tuori bewegt sich in einem Spannungsfeld zwischen Sichtbarkeit und Verborgenem. Ihre Arbeiten kreisen um die Frage, wie Realität erfahrbar wird und ob sie sich nicht oft erst über Umwege erschließt – über das Imaginäre, über Fiktionen, über Illusionen. Tuori versteht Realität nicht als etwas Stabiles oder Eindeutiges, sondern als etwas Fragiles, Widersprüchliches und mitunter Verstörendes. Gerade deshalb nähert sie sich ihr nicht durch den Versuch des rationalen Erklärens und Verstehens, sondern über die Akzeptanz von Ambivalenz und Paradox.
In ihren Gemälden treffen unterschiedliche malerische Ansätze aufeinander: transparente, beinahe immaterielle Farbschichten stehen dichten, körperperlichen Passagen aus Ölfarbe gegenüber. Fließende, wässrige Momente begegnen einer stark spürbaren Materialität. Malerei wird nicht als geschlossenes System verstanden, sondern als offenes Feld, in dem formale und emotionale Ebenen gleichzeitig wirken. Tuori beginnt ihre Bilder häufig aus der Abstraktion heraus – als Komposition von Farbe, Rhythmus, Berührung und Licht. Erst im Prozess lösen sich diese anfänglichen Strukturen und öffnen sich für Unvorhergesehenes.
Die Werke stehen in einem losen Dialog mit der Tradition des Stilllebens, des Memento mori und der nature morte. Doch anstatt die Gegenstände ihrer Bildwelten ruhig und kontrolliert zu präsentieren, scheinen sie bei Tuori in Bewegung zu geraten: eine Bewegung aus dem Inneren nach außen. Dabei bringt sie die Grenzen zwischen Innen und Außen, Oberfläche und Tiefe ins kippen. Die Wand wird zur Fassade, die zugleich schützt und verbirgt. Das Bild wird zum Ort, an dem sich Fragen nach Verletzlichkeit, Endlichkeit und Offenlegung stellen – mit dem bewussten Verzicht auf die Möglichkeit, eindeutige Antworten zu geben.
Ein zentrales Element ihrer Malerei ist die Berührung – die Berührung von Pinsel und Leinwand. Tuori ist dabei fasziniert von der Ausdruckskraft des Pinselstrichs als Spur von Zögern und Entschiedenheit, von Geschwindigkeit und Innehalten, von Wahrheit und Täuschung. Die Langsamkeit des Malprozesses und seine Qualität als “Handwerk” sind dabei kein nostalgisches Moment, sondern ein bewusstes Gegenmodell zu einer Welt permanenter Beschleunigung. Rhythmus, Muster und Wiederholung strukturieren die Bilder, ohne sie zu beruhigen.
Vernissage: Freitag, 16. Januar 2026, 18 – 20 Uhr
Ausstellungsdaten: Samstag, 17. Januar bis Samstag, 28. Februar 2026
Bildunterschrift Titel: Anna Tuori, courtesy of Contemporary Fine Arts (CFA Berlin)
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