bis 15.08. | #5092ARTatBerlin | neugerriemschneider (Linienstrasse) zeigt ab 4. Juli 2026 (Vernissage: 03.07.) die Ausstellung Stairway to somewhere: a soundtrack des Künstlers Thaddeus Strode.
Thaddeus Strodes 13. Einzelausstellung bei neugerriemschneider, stairway to somewhere: a soundtrack, verbindet Referenzen aus Massenmedien, Philosophie, Kunstgeschichte, Film, Illustration und Surfkultur zu einem gemalten Mixtape. Gezeigt werden neue Arbeiten, die figurative und textliche Elemente auf Leinwänden vereinen, deren Maßstab auf den menschlichen Körper bezogen ist. Themen wie Leben, Tod, Wiedergeburt, Transformation und Transzendenz setzen sich in einem überdimensionalen Schiffsmodell sowie in geisterhaft wirkenden Objekten fort, deren blaue Farbgebung an den Bluescreen der Videotechnik erinnert. Ergänzt wird die Installation durch die Klänge einer E-Gitarre, die zur Eröffnung aktiviert wird und während der gesamten Laufzeit von Besucher*innen gespielt werden kann.
Seit Beginn seines Schaffens setzt sich Strode mit den Bildwelten seiner kalifornischen Heimat auseinander. In den ausgestellten Werken greift er deren musikalischen Hintergrund – von Boomboxen am Strand bis zu Straßenmusiker*innen auf der Promenade – auf und verfremdet ihn durch den Filter der Erinnerung. Inspiriert von dadaistischen Cut-up-Techniken, Musique concrète und dem Beatles-Stück „Revolution 9“ entstehen Arbeiten, die intuitive Farbflächen, Textfragmente und comicartige Formen zu vieldeutigen Bildräumen verbinden. Vertraute Motive werden dabei zu Trägern des Unbestimmten.
stairway to somewhere: a soundtrack versteht sich als gleichberechtigtes Zusammenspiel von Malerei, Skulptur und Klang. Die hochformatigen Gemälde erzeugen eine Begegnung auf Augenhöhe und wirken wie Spiegel, deren Reflexionen zur Identifikation herausfordern. Chronologien und Wirklichkeiten überlagern sich, während die Leichtigkeit der Darstellungen mit der Dringlichkeit ihrer Ausführung kontrastiert.
Im Zentrum der Installation steht die Skulptur Gone From My Sight (Dimensional Flotilla) (in chroma key television blue)(2026), ein aus der Wand hervortretendes Schiff, das wie eine gespenstische Präsenz erscheint. Ergänzt wird es durch zerdrückte Dosen, Transistorradios, Möwen und Räuchergefäße, die als Relikte von Zeit und Vergänglichkeit autobiografische Bezüge aufrufen. Sämtliche Objekte sind im charakteristischen Blau von Bluescreens gehalten – einer Farbe, die für Ersetzbarkeit und Immaterialität steht und zugleich Raum für Projektionen und Erinnerungen schafft.

Thaddeus Strode, High Desert Choir Sings While Burning Incense (tin can painting), 2026, acrylic polymer on canvas, 180 x 105 cm © Thaddeus Strode. Courtesy the artist and neugerriemschneider, Berlin. Photo: Jens Ziehe, Berlin
Die klangliche Ebene der Ausstellung wird von einer E-Gitarre und einem Verstärker geprägt. Dessen elektrisches Summen verwandelt sich beim Spielen in Töne, die den Raum akustisch gestalten. Ergänzt durch eine von Strode zusammengestellte Playlist entsteht ein multimedialer Soundtrack, der Vergangenheit und Zukunft miteinander verschränkt.
Werke von Thaddeus Strode (*1964) wurden international in zahlreichen Museen und Institutionen gezeigt, darunter das Kunsthaus Zürich, das Belvedere Wien, das Musée d’art contemporain de Montréal, das Museum of Contemporary Art Chicago, das Los Angeles County Museum of Art und das Museum Ludwig in Köln. Der Künstler lebt und arbeitet in Los Angeles.
Vernissage: Freitag, 3. Juli 2026, 18:00–21:00 Uhr
Ausstellungsdaten : Samstag, 4. Juli bis Samstag, 15. August 2026
Zur Galerie
Bildunterschrift Titel: Thaddeus Strode, Get Rid of Your Body, 2026, ink, watercolor, acrylic on paper, 165 x 106 cm © Thaddeus Strode. Courtesy the artist and neugerriemschneider, Berlin. Photo: Jens Ziehe, Berlin
Ausstellung Thaddeus Strode – Galerie neugerriemschneider | Zeitgenössische Kunst in Berlin | Contemporary Art | Ausstellungen Berlin Galerien | ART at Berlin
