post-title LEBENSSZENEN – Scénes de vie(s) °2 | Gruppenausstellung | Galerie Franzkowiak | 07.10.-03.11.2017

LEBENSSZENEN – Scénes de vie(s) °2 | Gruppenausstellung | Galerie Franzkowiak | 07.10.-03.11.2017

LEBENSSZENEN – Scénes de vie(s) °2 | Gruppenausstellung | Galerie Franzkowiak | 07.10.-03.11.2017

LEBENSSZENEN – Scénes de vie(s) °2 | Gruppenausstellung | Galerie Franzkowiak | 07.10.-03.11.2017

bis 03.11. | #1656ARTatBerlin | Galerie Franzkowiak präsentiert seit dem 07. Oktober 2017 die Gruppenausstellung “LEBENSSZENEN – Scénes de vie(s) °2” mit Arbeiten verschiedener Fotografen.

Unter dem Titel « Lebensszenen-Scènes de vie(s) °2 » kommt eine viel beachtete Ausstellung nach Berlin, deren erste Station bereits mit über 5000 Besuchern im Fotohaus | ParisBerlin während des diesjährigen französischen Fotofestivals in Arles zu sehen war. Die Berliner Schau präsentiert Arbeiten von Fotografen aus 4 Generationen. Ausgehend von der humanistischen Fotografie eines Léon Herschtritt der 60er Jahre, möchte die Ausstellung in Berlin die Arbeitsschwerpunkte des jeweiligen Fotografen seiner Zeit widerspiegeln. Welchen Einfl uss hatten die gesellschaftlich-kulturellen
Gegebenheiten und die daraus resultierenden Veränderungen auf das Schaffen der Fotografen bis in die heutige Zeit?
Angelika Platen fotografi ert bis heute die Protagonisten der Avantgarde. Es entstanden zeitdokumentarische Portraits u.a. von Joseph Beuys, Sigmar Polke, Marina Abramović, Neo Rauch und Jeff Koons. Manfred Paul interessierte sich zur selben Zeit für die kreativen Köpfe der DDR. Der Manfred Paul-Schüler Andreas Trogisch folgte der Tradition der
Portraitfotografie und erweiterte seinen Blick durch grafische und ästhetische Elemente.
Als klassischer Straßenfotograf dokumentiert Holger Biermann eindringlich die scheinbare neue Freiheit unserer Zeit. Hannah Goldstein hingegen lenkt den Blick des Besuchers sehr feinsinnig auf das Lebensgefühl selbstbewusster, unabhängiger junger Frauen.

kuratiert von: Christel Boget & Elfi Rückert, Marc Barbey und Marc Franzkowiak.

Die Ausstellung ist eine Kooperation zwischen der ParisBerlin>Fotogroup, der Collection Regard und der Galerie Franzkowiak.

Holger Biermann,
geboren 1973, besuchte zunächst die Axel-SpringerJournalistenschule. Ein Carl-Duisburg-Stipendium ermöglichte ihm 2001 einen längeren Aufenthalt in New York. Hier arbeitete er für die Zeitung « Au au » und den Springer-Auslandsdienst, gleichzeitig begann er zu fotografieren. Mit der Kamera dokumentierte er die Ereignisse des 11. September 2001 und widmete sich fortan intensiv der Fotografie, inspiriert von amerikanischen Fotografen wie Robert Frank, Lee Freedlander oder Garry Winogrand. Es folgten Assistenzen bei der Fotoagentur Magnum und am International Center of Photography. Seit 2003 lebt und arbeitet Biermann als Fotograf in Berlin. « Die Stadt ist mein Atelier. Oft laufe ich ganze Tage durch die Straßen und suche nach der richtigen Komposition, dem richtigen Moment. Der ‹ Straßenfotograf › sucht nach dem Ungewöhnlichen im Gewöhnlichen. Er lebt von Zufällen und Augenblicken, in denen das herrschende Chaos zu visuellen
Einheiten verschmilzt. Snapshot-Fotografi e, sagt man. Ein Begriff, der ursprünglich aus dem 19. Jahrhundert stammt und in England den ziellos umherirrenden Hirsch- und Hasenjäger verspottete – ‹ erst schießen, dann zielen ›. Dem Fotojäger
erlaubt dieses Konzept die Befreiung von formalen und inhaltlichen Zwängen. Er ist neugierig. Er will das Leben erkunden. Um dies zu finden, wandert und fotografiert er viel. » (H. Biermann im Interview)

Hannah Goldsteins
künstlerisches Schaffen konzentriert sich hauptsächlich auf die Fotografie und die Collage. Sie fokussiert sich auf die Arbeit mit Archivmaterial und Erinnerungskonzepten und hinterfragt somit permanent die Rolle des Fotografen. Sie bewegt sich zwischen Selbstdokumentation, narrativen Portraits und inszenierter Fotografie mit politischem Hintergrund. Goldstein
legte zunächst ihren B.A. in Fotografie und Human Rights am Bard College in New York ab und absolvierte eine einjährige Residenz am Royal Institute of Art in Stockholm. Anschließend studierte sie als Meisterschülerin bei Arno Fischer an der Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Ländern ausgestellt, zuletzt in Frankreich, Italien, Großbritannien, Australien und Deutschland. 2013 erschien ihr selbstpubliziertes Buch « family business ». Mit Thérèse Kristiansson etablierte die die feministische Künstlergruppe Die bösen Mösen. Sie ist Mitbegründerin von Kaetha, einer kuratorischen Zusammenarbeit mit Katja Haustein. Hannah Goldstein lebt und arbeitet in Berlin.

Léon Herschtritt,
geboren 1936, Mitglied des Kollektivs 30 × 40, ist ein wichtiger Vertreter der humanistischen Fotografie. Seinen Militärdienst absolvierte er in Algerien. Für die in dieser Zeit entstandenen Arbeiten wurde er 1960 mit dem Prix Niépce ausgezeichnet. Anschließend arbeitete er als Foto-Reporter in verschiedenen Redaktionen u. a. von « France-Observateur ». Als wahrer Humanist arbeitete er thematisch differenziert und entwickelte eine besondere Sensibilität für Straßenszenen, Jugendkultur in den sechziger Jahren sowie soziale und politische Bewegungen. 1966 erhielt er für das Layout seines Buches « Au hasard des femmes » die Auszeichnung « Prix des Gens d’images ». Das 1968 im Verlag Robert Morel herausgegebene Buch « La Célébration des putains » enthält zahlreiche seiner Fotografien. Sein auf den Menschen orientierter Blick richtet sich neben den Alltagsszenen auch auf die großen Persönlichkeiten dieser erlebnisreichen Zeit: Charles De Gaulle, François Mitterrand, Catherine Deneuve, Salvador Dali, Serge Gainsbourg, Rudolf Noureev, Marguerite Duras, Henri Cartier-Bresson, Victor Vasarely, George Simenon u. a.

Manfred Paul,
geboren 1942 in Schraplau, studierte Fotografie an der HGB Leipzig und Kamera an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg. Er hat insgesamt mehr als 30 Jahre als Professor für Fotografie gearbeitet. Die Fotografie von Manfred Paul beschäftigt sich mit der existentiellen Frage des menschlichen Seins. Es sind Bilder, die zu Gleichnissen werden, um das Vergehen aller Dinge als Bedingung des Lebens zu begreifen. 1973 – 1989 entstehen Berliner Stadtbilder (Zyklus Berlin Nordost). Zur selben Zeit beginnt die Arbeit am Zyklus Nature Morte (Stillleben) und En Passant (Frauenbeine). Zu seinen wichtigsten Werkgruppen gehören außerdem Lebenszeichen Verena – eine Porträtreihe (seit 1971), Grenzenlose Räume – Bilder über den Abriss der Berliner Mauer (1989/90), Metamorphosen des Meeres (2002/2008). Seine Werke befinden sich in öffentlichen wie in privaten Sammlungen. Manfred Paul lebt und arbeitet in Berlin.

Angelika Platen,
geboren 1942 in Heidelberg, wurde durch ihre schwarzweißen Künstlerportraits international bekannt. Nach einem Studium
der Romanistik und Orientalistik an der FU Berlin studierte sie Fotografie an der HfBK in Hamburg, arbeitete für die Wochenzeitung « Die Zeit » und leitete vier Jahre die Galerie Gunter Sachs für zeitgenössische Kunst. Ihr Werk umfasst mehr als 500 Persönlichkeiten der Bildenden Kunst, aufgenommen in charakteristischen Positionen in ihrem jeweiligen künstlerischen Kontext. Museen in Berlin, Hamburg, Bologna, Prag, Bukarest, Leeuwarden, die Goethe-Institute in Paris und Washington sowie die Städtische Galerie Delmenhorst zeigten Einzelausstellungen der Fotografin. Die jüngsten Ausstellungen fanden 2017 in Berlin parallel im Willy Brandt-Haus und in der Galerie Michael Schultz statt. Außerdem war sie in Arles mit einer Auswahl von Arbeiten im Fotohaus | ParisBerlin beteiligt. Angelika Platen lebt in Berlin und Südfrankreich. Ihr Werk wird gesammelt und betreut von der Bildagentur für Kunst, Kultur und Geschichte in der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (bpk-imges.de).

Andreas Trogisch,
geboren 1959 in Riesa/Elbe, u. a. Manfred Paul-Schüler, beginnt sehr früh sich mit Fotografie zu beschäftigen. Er arbeitet sehr eigenwillig und intuitiv, seine Motive stehen oft für sich, lassen sich manchmal gemeinsam verorten oder haben zufällig dasselbe Entstehungsdatum. Ihn interessieren neben Menschen auch die unscheinbaren Dinge abseits der gängigen Motive. In einem kürzlich mit ihm vom Vice-Journalisten Grey Hutton geführten Interview beschreibt er seine Fotografien als « eine Art von Anordnungen von Licht und Schatten ». Er nennt sie auch « leere Versprechungen », für die er sich selbst einen « 7. Sinn » attestiert. Zudem scheinen ihn fortlaufend die unscheinbaren formalen Dissonanzen magisch anzuziehen. Ambivalent dazu scheint die Ästhetik eine gewichtige Rolle im Schaffen von Andreas Trogisch einzunehmen. Dennoch sind ganz ungewöhnliche und fast dokumentarisch einzuordnende Serien wie « Vineta » entstanden. Seine Arbeiten sind u. a. in
dem viel beachteten Fotobuch « Berlin Wonderland » zu finden. Arbeiten daraus wurden 2015 im Rahmen einer Gruppenausstellung u. a. im Goethe Institut Lyon gezeigt. Seine eigenen Fotobände, wie « Replies » oder « Aphasia » sind im Berliner Verlag Peperoni Books erschienen. Andreas Trogisch lebt und arbeitet in Berlin.

Vernissage: Freitag, 06. Oktober 2017, 19:00 Uhr

Ausstellungsdaten: Samstag, 07. Oktober bis Freitag, 03. November 2017

Zur Galerie Franzkowiak

 

Bildunterschrift: © Holger Biermann, Berlin 2012

Ausstellung: LEBENSSZENEN – Scénes de vie(s) °2 – Gruppenausstellung – Galerie Franzkowiak | Contemporary Art – Kunst in Berlin – ART at Berlin

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