post-title Sarah Morris | Cloak and Dagger | Capitain Petzel | 21.06.-26.08.2017

Sarah Morris | Cloak and Dagger | Capitain Petzel | 21.06.-26.08.2017

Sarah Morris | Cloak and Dagger | Capitain Petzel | 21.06.-26.08.2017

Sarah Morris | Cloak and Dagger | Capitain Petzel | 21.06.-26.08.2017

bis 26.08. | #1421ARTatBerlin | Capitain Petzel zeigt ab dem 21. Juni 2017 die Ausstellung „Cloak and Dagger“ der Künstlerin Sarah Morris.

Capitain Petzel freut sich die zweite Einzelausstellung von Sarah Morris zu präsentieren. Betitelt nach Fritz Lang ́s Film noir »Cloak and Dagger« von 1946, verweisen die Arbeiten in der Ausstellung auf die von Lang besetzte fiktive, innere und äußere Architektur seiner Filme. Für die Ausstellung realisiert die Künstlerin ein großes Wandgemälde mit dem Titel »Elixir«, sowie eine Reihe von neuen Gemälden und Zeichnungen. Außerdem sind der Film »Finite and Infinite Games« und ein neuer Film, mit dem Titel »Mimosa Tank: A Prologue for a Film«, zu sehen.

In »Finite and Infinite Games«, ein Film der Anfang diesen Jahres fertigestellt wurde, inszeniert Morris einen philosophischen Konflikt durch die Nebeneinanderstellung einer Lesung des deutschen Theoretikers, Autors und Filmemachers Alexander Kluge mit der leeren, noch nicht geöffneten Elbphilharmonie in Hamburg. Morris sieht diesen Raum als „Leerstelle“. Sie verwebt die Bilder des Konzertsaals mit Kluge ́s Vortrag aus dem Buch »Finite and Infinite Games« (1986) von James P. Carse, sowie einem Gespräch, welches sie mit ihm darüber führt. Dieser wegweisende Text präsentiert zwei gegensätzliche Weltsichten hinsichtlich der Strukturierung von Aktivität, Politik, Denken, Navigation, Strategie und Kreativität. Morris lässt Kluge über seine frühen Jahre als Anwalt des Instituts für Solzialforschung in Frankfurt a. Main unter Theodor W. Adorno und Max Horkheimer sprechen; danach arbeitete er für Fritz Lang und wurde schließlich zu einem der Hauptvertreter des Neuen Deutschen Films. Carses Theorie der Spieltypen rückt in den Mittelpunkt und schließt alle soziologischen und individuellen Bewegungen ein, ob ästhetischer oder anderer Natur und hinterfragt die Rolle des Künstlers in dieser Konstellation. Im Zentrum einer von Morris und Kluge dargelegten Dichotomie stehen die Beziehungen zwischen der Freiheit unendlicher Möglichkeiten einerseits und den regelbasierten Vorgängen endlicher Spiele andererseits.

Infolge ihres Dialogs und ihrer Freundschaft beschlossen Morris und Kluge den Film »Mimosa Tank: A Prologue for a Film« gemeinsam zu entwickeln. Am Anfang stand Morris‘ Interesse an Fritz Langs Geschichte, die 1964 in Beverly Hills erzählt wurde, nach welcher ihm Propagandaminister Josef Goebbels angeboten hatte die Direktion der deutschen Filmstudios UFA zu übernehmen; von seiner möglichen Vereinnahmung und schließlich seiner Absage an Goebbles. Es ist die Geschichte eines Fehlstarts und einer Neuausrichtung, sowohl global wie politisch – auf ähnliche Weise wie Theodor W. Adorno Kluge überhaupt erst zu Lang geschickt hatte, um ihm sein Interesse am Film auszureden. »Mimosa Tank: A Prologue for a Film« der noch zu einem längeren Film erweitert werden soll, wird seine Premiere bei Capitain Petzel haben. Er ist eine Hommage an Fritz Lang und spielt sowohl mit der Geschichte des Regisseurs als auch mit der des Stummfilms.

Morris beschreibt ihre malerische und filmische Arbeit als gleichberechtigte Aktivitäten in ihrer künstlerischen Praxis – als „zwei Seiten der gleichen Medaille“. Morris erschafft durch Visionen des Spiels, der Möglichkeit und der Intrige einen neuen Ort der Politik. Ihre Gemälde, umgesetzt in Lackfarben auf quadratischen Leinwänden, erinnern an algorithmische Raster und halten die Essenz des Augenblicks fest. Innerhalb dieses Rahmens werden Verschwörungen, QR-Codes, optische Klangdiagramme, Filmplakate oder Medikamentenverpackungen als legitime Zielscheiben betrachtet.

Sarah Morris
(*1967 in den USA) lebt und arbeitet in New York. Ihre Werke wurden international ausgestellt, mit Einzelausstellungen in der Kunsthalle Wien (2016), M Museum Leuven (2015), Kunst- halle Bremen (2013), Wexner Center for the Arts, Columbus (2012), K20 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf (2010), Museum für Moderne Kunst, Frankfurt (2009), Museo d’Arte Moderna di Bologna (2009), Lenbachaus, München (2008), Fondation Beyeler, Basel (2008), Museum Boijmans van Beuningen, Rotterdam (2006), Kestner Gesellschaft, Hannover (2005), Palais de Tokyo, Paris (2005), Moderna Museet, Stockholm (2005), Kunstforeningen, Kopenhagen (2004), Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Berlin (2001), Kunsthalle Zürich (2000).

Vernissage: Mittwoch, 21. Juni 2017, 18:00 bis 20:30 Uhr

Ausstellungsdaten: Mittwoch, 21. Juni bis Samstag, 26. August 2017

Zu Capitain Petzel

 

Bildunterschrift: Sarah Morris, „M“, Household gloss paint on canvas, 90 x 90 cm / 35.4 x 35.4 inches, © the artist, courtesy Capitain Petzel, Berlin, photo: Christopher Burke

Ausstellungen Berliner Galerien: Sarah Morris – Cloak and Dagger – Capitain Petzel | ART at Berlin

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