bis 10.10. | #5139ARTatBerlin | Laura Mars Gallery zeigt ab Samstag, 05. September 2026 (Vernissage: 04.09.) die Ausstellung „re:kommunikation“ des Künstlers Ronald de Bloeme.
re:kommunikation ̶ Ronald de Bloeme bricht die Diktatur der permanenten Bilder
Vom Konzernpatent bis zum Polit-Glitch – Neue Arbeiten des Künstlers dekonstruieren die visuelle Infrastruktur unserer Gegenwart und fordern das autonome Sehen zurück.
Unsere Gegenwart ist ein permanentes optisches Rauschen. Ob geschützte Konzernfarben, algorithmische Datenströme oder politisch aufgeladene Kampagnenmotive: Das menschliche Auge ist einer ununterbrochenen Flut von Signalen ausgesetzt, die der ökonomischen und ideologischen Steuerung dienen. Unter dem Titel „re:kommunikation“ präsentiert der in Berlin lebende niederländische Künstler Ronald de Bloeme eine neue, radikale Werkserie, die diese Zeichensysteme isoliert, dekonstruiert und in präzise kalkulierte Malerei sowie serielle Grafik überführt.
De Bloeme unternimmt in seinen neuen Arbeiten eine Tiefenbohrung in das visuelle Kapital des globalisierten Spätkapitalismus. Als Ausgangsmaterial dienen ihm unter anderem Werbeplakate und Logos von Großunternehmen wie KLM, Heineken oder der Deutschen Telekom. Er fokussiert sich dabei auf eine Absurdität der Moderne: den Patentschutz auf Farbe. De Bloeme entkleidet diese rechtlich geschützten Farbtöne ihrer Werbebotschaften, fragmentiert die Logos bis zur Unkenntlichkeit und entlässt Magenta, Cyan-Blau und Grün aus ihrem kommerziellen Dienstverhältnis. Auf der Leinwand treten sie in einen völlig neuen, unkontrollierten Dialog.

Ronald de Bloeme, Full of Emptiness, 2009/2026, 220 x 350 cm, Matt- und Hochglanzlack auf Baumwolle / matte and high-gloss lacquer on cotton
Diese Untersuchung der visuellen Machtstrukturen setzt sich im Digitalen und Politischen fort. So friert der Künstler in einer weiteren Werkgruppe den flüchtigen Moment einer noch nicht geladenen Google-Bildersuche ein – das rein algorithmische Raster aus grauen und pastellfarbenen Platzhalter-Flächen wird zur zeitgenössischen Farbfeldmalerei. Einen gesellschaftspolitischen Schwerpunkt der Ausstellung markiert zudem ein monumentales Gemälde, das auf einem Plakat der hochemotionalen Schweizer SRG-Abstimmungskampagne basiert. De Bloeme übersetzt den dort genutzten digitalen „Glitch“-Effekt (Störbild) in ein riesiges Bildgefüge und verhandelt damit den hochaktuellen Kampf um mediale Deutungshoheit, der auch für die deutsche Politiklandschaft von brennender Aktualität ist.
Der Titel „re:kommunikation“ steht somit für eine ästhetische Rückeroberung. Indem de Bloemes Malerei die manipulativen visuellen Waffen unserer Gegenwart ihrer unmittelbaren Lesbarkeit beraubt und sie in ein unreguliertes Bildgefüge überführt, bricht sie die Diktatur der permanenten Botschaften. Sie zwingt uns, den Akt des Sehens selbst zu hinterfragen, und öffnet den Raum für das, was im Alltag längst verloren schien: ein radikal autonomes, ungesteuertes Sehen.
Vernissage: Freitag, 04. September 2026, um 19 Uhr
Ausstellungsdaten: Samstag, 05. September – Samstag, 10. Oktober 2026
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Bildunterschrift: Ronald de Bloeme, Botschaft, 2026, 75 x 107 cm, Matt- und Hochglanzlack auf Baumwolle / matte and high-gloss lacquer on cotton
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