post-title Michael Rakowitz | The Ballad of Special Ops Cody and other stories | Galerie Barbara Wien | 08.09.-17.11.2018

Michael Rakowitz | The Ballad of Special Ops Cody and other stories | Galerie Barbara Wien | 08.09.-17.11.2018

Michael Rakowitz | The Ballad of Special Ops Cody and other stories | Galerie Barbara Wien | 08.09.-17.11.2018

Michael Rakowitz | The Ballad of Special Ops Cody and other stories | Galerie Barbara Wien | 08.09.-17.11.2018

bis 17.11. | #2175ARTatBerlin | Galerie Barbara Wien zeigt derzeit die Ausstellung The Ballad of Special Ops Cody and other stories des Künstlers Michael Rakowitz.

The Ballad of Special Ops Cody and other stories ist die zweite Einzelausstellung von Michael Rakowitz in unserer Galerie. Rakowitz setzt sein Projekt The invisible enemy should not exist fort, das er 2007 begonnen hat, und zeigt seinen neuesten Film The Ballad of Special Ops Cody. Der Film ist 2017 entstanden und wurde zum ersten Mal im selben Jahr in Rakowitz’ Einzelausstellung im Museum of Contemporary Art in Chicago gezeigt. The Ballad of Special Ops Cody ist ein Stop Motion Video, in dem eine Actionfigur, gesprochen von einem Veteranen aus dem Irakkrieg, mesopotamischen Votivstatuen im Oriental Institute in Chicago gegenübertritt. Im Jahr 2005 veröffentlichte eine irakische Rebellengruppe ein Foto im Internet, auf dem ein gefangener US-Soldat mit dem Namen John Adam zu sehen war. Die Rebellen drohten, ihn innerhalb von 72 Stunden zu köpfen, wenn die USA nicht Gefangene, die sie im Irak festhielten, freilassen würde. Das US-Militär nahm die Forderung ernst, konnte aber keinen John Adam in ihren Rängen ausfindig machen. Es stellte sich heraus, dass John Adam eigentlich Special Ops Cody war: eine Actionfigur, die als Souvenir produziert wurde, einmal als Afroamerikaner, einmal als Weißer. Die Puppen wurden ausschließlich in US-Militärstützpunkten in Kuwait und dem Irak verkauft und von den Soldaten oft zu ihren Kindern als Stellvertreter für den im Ausland stationierten Vater nach Hause geschickt. In Rakowitz‘ Video spricht Cody mit den Statuen; er bietet ihnen an, sie zu befreien und fordert sie dazu auf, ihre Vitrinen zu verlassen und zurück in ihre Heimat zu gehen. Aber die Statuen bleiben, gelähmt und voller Angst, sie sind außerstande unter den gegenwärtigen Bedingungen zurückzugehen.

Neben dem Film zeigen wir drei große neue Arbeiten: Papiermaché-Skulpturen, Rekonstruktionen von steinernen Reliefs aus der Serie The invisible enemy should not exist. Das Projekt entfaltet sich als ein komplexes Narrativ um die Artefakte, die aus dem Irakischen Nationalmuseum in Bagdad seit der US-Invasion im April 2003 gestohlen wurden. Es bezieht sich auch auf die anhaltende Zerstörung von mesopotamischem kulturellen Erbe durch Gruppen wie dem IS. Der Hauptteil des Projektes ist der Versuch, tausende verlorene archäologische Artefakte als Papierskulpturen nachzubilden. Für The invisible enemy should not exist arbeitet Rakowitz mit einem Team von Assistenten, die Informationen zu den vermissten Artefakten aus der Datenbank des Oriental Institutes der University of Chicago und der Interpol Website zusammentragen. Alle Objekte werden dann im Studio von Michael Rakowitz in Chicago produziert. Der Titel des Projekts kommt von der direkten Übersetzung von Aj-ibur-shapu, dem Namen der antiken babylonischen Prozessionsstraße, die durch das Ischtar-Tor im Irak führte. Das Tor wurde von dem deutschen Archäologen Robert Koldewey zwischen 1902-14 ausgegraben und befindet sich seitdem in der Ausstellung des Pergamonmuseums in Berlin.

Anfang 2018 entwickelte Rakowitz ein neues Kapitel von The invisible enemy should not exist zusammen mit unserer Galerie, indem er begann, die ca. 2,30 m hohen Steinreliefs des Nordwest-Palasts in Nimrud, der 2015 komplett vom IS zerstört wurde, nachzubauen. Er rekonstruierte den Raum N des Palasts – einer der vielen Räume, die mit Kalksteinreliefs von Figuren und ornamentalen Blumen dekoriert waren. Raum N beinhaltete noch 13 Reliefs, als der IS den Palast zerstörte; alle 13 Reliefs hat Rakowitz in Papiermaché rekonstruiert. Sie wurden zum ersten Mal als Installation auf der Art Basel Unlimited 2018 gezeigt. Daran anschließend hat Rakowitz für seine Einzelausstellung in der Galerie drei Reliefs aus dem Raum G rekonstruiert. Raum G war ein Bankettsaal, in dem der König Assurnasirpal II. Gäste empfing. Unter seiner Herrschaft florierte die Kunst im Assyrischen Reich. Die Reliefs zeigen wohltätige, göttliche Geister und Weise, die Assurnasirpal II und das Königreich mit Pinienzapfen, Datteln und anderer Flora aus Assyrian (dem heutigen Nordirak) segnen.
Das Material, mit dem Rakowitz dabei arbeitet, spielt eine wichtige Rolle. Alle Arbeiten der Serie The invisible enemy should not exist sind aus dem Verpackungsmaterial von Lebensmittelprodukten aus dem Nahen Osten und arabischen Lokalzeitungen hergestellt. Rakowitz kauft die Produkte in amerikanischen und europäischen Städten, in denen Irakis vor den Kämpfen, die immernoch ihr Land verwüsten, Zuflucht gesucht haben.

Seit 2007 wurden mehr als 700 Artefakte als Teil dieses Projekts rekontruiert. Im März 2018 wurde The invisible enemy should not exist in den öffentlichen Raum erweitert: auf dem Fourth Plinth des Trafalgar Square in London steht bis 2020 Rakowitz‘ Rekonstruktion einer babylonischen Schutzgottheit (Lamassu) aus Nineveh, die von dem IS zerstört wurde.

ART at Berlin – Courtesy of Galerie Barbara Wien – Michael Rakowitz
The Ballad of Special Ops Cody, 2017, video still

Michael Rakowitz (geb. 1973 in New York) lebt und arbeitet in Chicago.
Seine Arbeiten werden weltweit gezeigt, darunter auf der dOCUMENTA (13), im P.S.1, MoMA, MassMOCA, Castello di Rivoli, auf der 16. Sydney Biennale, der 10. Istanbul Biennale, der 8. Sharjah Biennale, der Tirana Biennale und der Transmediale 05. Rakowitz hatte Einzelausstellungen in der Tate Modern in London, im Kunstraum Innsbruck und dem MCA Chicago. 2018 gewann Rakowitz die Fourth Plinth Kommission und präsentiert bis 2020 eine Skulptur der Serie The invisible enemy should not exist auf dem Trafalgar Square in London. Daneben nimmt er Teil an der ersten FRONT International: Cleveland Triennial for Contemporary Art mit dem stadtweiten partizipatorischen Projekt A Color Removed, welches von dem Künstler als Reaktion auf die Erschießung von Tamir Rice durch die Polizei in Cleveland im Jahr 2014 entwickelt wurde.
2019 wird Rakowitz eine Einzelausstellung im REDCAT Los Angeles haben, sowie eine große Retrospektive im Castello di Rivoli in Turin und in der Whitechapel Gallery in London. Außerdem nimmt er an der Sharjah Biennale teil, wo er auch The Ballad of Special Ops Cody zeigen wird.

Vernissage: Freitag, 7. September 2018, 18:00 – 21:00 Uhr

Ausstellungsdaten: Samstag, 8. September – Samstag, 17. November 2018

Zu Barbara Wien

 

Bildunterschrift: Courtesy Galerie Barbara Wien – The Ballad of Special Ops Cody, 2017, video still

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