post-title Masters of Colour Woodblock Printing | Gruppenausstellung | Galerie Martin Mertens | 28.02.-18.04.2026

Masters of Colour Woodblock Printing | Gruppenausstellung | Galerie Martin Mertens | 28.02.-18.04.2026

Masters of Colour Woodblock Printing | Gruppenausstellung | Galerie Martin Mertens | 28.02.-18.04.2026

Masters of Colour Woodblock Printing | Gruppenausstellung | Galerie Martin Mertens | 28.02.-18.04.2026

bis 18.04. | #4940ARTatBerlin | Galerie Martin Mertens zeigt ab Samstag, 28. Februar 2026 die Gruppenausstellung „Masters of Colour Woodblock Printing“ der Künstler*innen Eline Brontsema, Brian Curling, Christine Ebersbach und Susanne Werdin.

Die Ausstellung verbindet vier Künstler/Innen, welche die traditionelle Technik des Farbholzschnitts in sehr unterschiedlichen Formen weiterführen und zu großer Meisterschaft gebracht haben.

Im 18. und 19. Jahrhundert verlor der Holzschnitt durch neue Drucktechniken und die industrielle Reproduktion an Bedeutung. Eine erneute Wertschätzung erfuhr der Farbholzschnitt jedoch um 1900, insbesondere im Zuge der Auseinandersetzung mit dem japanischen Ukiyo-e-Holzschnitt, der europäischen Künstlern neue Impulse in Komposition, Farbigkeit und Flächengestaltung gab. In Deutschland griffen Vertreter des Expressionismus wie Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel oder Karl Schmidt-Rottluff die Technik auf und nutzten den Farbholzschnitt als unmittelbares, kraftvolles Ausdrucksmittel. Die starke Vereinfachung der Formen und der expressive Farbeinsatz machten ihn zu einem zentralen Medium der Moderne.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Farbholzschnitt in Deutschland und Europa sowohl in der freien Kunst als auch in der Buch- und Grafikgestaltung weitergeführt, jedoch zunehmend abseits des kunsthistorischen Mainstreams. Seit den 1970er Jahren erlebt die Technik erneut eine Belebung: Zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler experimentieren mit großformatigen Drucken, neuen Materialien, hybriden Verfahren und der Verbindung von analogen und digitalen Prozessen. Bis in die Gegenwart steht der Farbholzschnitt in Deutschland und Europa für die bewusste Auseinandersetzung mit handwerklicher Tradition, Geschichte und den Möglichkeiten zeitgemäßer künstlerischer Ausdrucksformen.

Die Niederländerin Eline Brontsema schloss ihr Studium 2020 mit Holzschnitten und Gemälden ab. Für ihre Drucke verwendet sie die Reduktionstechnik, die auch als „Selbstmordmethode“ bekannt ist: Der Druck wird von einer einzigen Holzplatte für alle verschiedenen Farben erstellt. Die Holzplatte wird systematisch zerstört, und ein Fehler beim Schneiden kann eine ganze Auflage von Drucken verderben. Ein Teil der Platte wird herausgeschnitten, so dass die höher gelegenen Teile die Farbe aufnehmen. Die erste Farbe kann nun gedruckt werden und die gesamte Auflage wird darauf mit dieser ersten Farbe erstellt.

Die Werke müssen dann einige Tage trocknen und in der Zwischenzeit kann der nächste Teil ausgeschnitten werden. Dann kann die nächste Farbe gedruckt werden. Dieser Vorgang muss wiederholt werden, bis der Druck fertig ist, eine sehr zeitaufwändige Arbeitsweise. Während bei dieser Holzschnitttechnik traditionell nur eine begrenzte Anzahl von Farben verwendet wird, setzt sie viele verschiedene Farbschichten ein, was ihren Arbeiten malerische Qualitäten verleiht. Die Komposition ist für sie sehr wichtig und der Rhythmus der Formen, die Farbharmonie und das Spiel von Licht und Schatten sind entscheidend für die Atmosphäre eines Ortes, den sie darstellen möchte.

Der gebürtige Amerikaner Brian Curling (geb. 1976 in Cadiz, Kentucky, USA, lebt und arbeitet in Dresden) ist ein Künstler, dessen Arbeiten ein breites Spektrum an Drucktechniken, Installationen und Zeichnungen umfassen. Seine Werke erforschen die fließende und sich ständig weiterentwickelnde Natur der Identität, die durch Zeit, Ort und persönliche Erfahrungen geformt wird.

Mittels Strukturen, Oberflächen, Formen und Farben lotet der Künstler in seinen subtil gestalteten Arbeiten auf Papier die künstlerischen Gestaltungsmöglichkeiten des Holzschnitts experimentell und in sensibler Weise immer wieder aufs Neue aus. Die Ergebnisse beeindrucken durch Konsequenz und Präzision: Hauchzart schichten sich feine transparente Lagen von Japanpapier, luftig-leicht und mit „Zwischenraum“… verschiedenfarbig bedruckt erzeugen sie im Über- und Miteinander ein luzides Spiel visueller Eindrücke.

„Die Arbeiten Brian Curlings bestechen durch den souveränen Umgang mit dem Material Papier, dessen Ausgewähltheit augenfällig ist. Die Druckstöcke werden aneinandergesetzt und variiert. Die Technik des Holzschneidens und dessen großformatige Umsetzung, sowie die Kombination mit Kaltnadelradierung oder Ätzung geben Zeugnis vom handwerklichen Können des Künstlers. Seine Arbeiten verschmelzen zu friedvollen Metaphern des Werdens und Vergehens, sie setzen leise Zeichen im Lärm des Jetzt.“ schreibt die Kunsthistorikerin Iris Häckel.

Christine Ebersbach findet ihre Motive in Island, auf den Lofoten, in Dänemark und an den deutschen Küsten. „Es sind Landschaftstypen mit karger, kühler Ausstrahlung: Berge, Fjorde, Steilhänge, Gletscherfelder, Strände, das Watt, bedeckt nur mit Schnee und Geröll, kaum Pflanzen, keine Menschen – Felsen, Wasser und Himmel. Tatsächlich flimmern und schimmern die Flächen ihrer Holzschnitte, denn auch hier arbeitet Christine Ebersbach mit transparenten Farben. Zwei, meistens drei, selten vier Töne druckt sie übereinander: Der Farbraum wird ähnlich konsistent wie der ihrer Aquarelle aber noch dichter, reduzierter, präsenter.“ schreibt Dr. Katrin Arrieta (Direktorin Kunstmuseum Ahrenshoop). Sie selbst ergänzt:

„Natur wird durch Eingriffe des Menschen zur gestalteten Landschaft.
Mich interessiert Landschaft, die durch Weite, Stille, Dramatik, Skurrilität oder Verschlossenheit zum Spiegel menschlicher Befindlichkeiten werden kann. Mich interessiert Landschaft, die durch große oder kleine Eingriffe des Menschen gebändigt, erschlossen, genutzt wird. Mich interessiert Landschaft, in der sich Menschen einrichten- mit Straßen und Brücken, die Orte verbinden, Anlegestellen, die für Aufbruch und Ankunft stehen, Zeichen, die den Versuch des Sich –Zurechtfindens beinhalten, Gebäudeformen, die aus ihrer Funktion hervorgehen. Mich interessiert Landschaft, die menschlichem Tun Grenzen setzt.“

Susanne Werdin beschreibt ihr Thema als „… das Verhältnis von Sichtbarem und Unsichtbarem, von Tiefe und Oberfläche und von Verdecktem und Durchscheinendem. Ich konstruiere Winkelverhältnisse, Richtungsverläufe, Flächenverdichtungen, Farbendurchdringungen und Bewegungsentwicklungen als eine Art „Abbild“ universeller Geschehnisse.“

Julia Blume schreibt über Susanne Werdin: „Durch die mediale Vielfalt ihrer künstlerischen Arbeit zieht sich wie ein roter Faden die immer neue Auseinandersetzung mit elementaren Formen und Farben. Mit ihnen erzeugt sie Rhythmen, komponiert Flächen, spielt mit dem Verdeckten, dem Durchscheinenden und überraschend Aufblitzendem. Die formalen Mittel, derer sie sich bedient, sind benennbar: Linien, Kreise, deren Segmente, Dreiecke, Quadrate, Rechtecke. Ins Verhältnis zum Format gesetzt und mit wenigen wirkungsvollen Farben realisiert sie ihre Bilder im grafischen Druck oder als Malerei, geschichtet, transparent und kontrastreich.“

Vernissage: Samstag, 28. Februar 2026, 18:00–21:00 Uhr

Ausstellungsdaten: Samstag, 28. Februar – Samstag, 18. April 2026

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Bildunterschrift: © Courtesy of Galerie Martin Mertens

Ausstellung Masters of Colour Woodblock Printing – Galerie Martin Mertens | Contemporary Art in Berlin | Ausstellungen Berlin Galerien | ART at Berlin

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