post-title Günther Förg | EXPOSITION COLLECTIVE 1974 – 2007 | Galerie Max Hetzler | 28.04.-06.08.2022

Günther Förg | EXPOSITION COLLECTIVE 1974 – 2007 | Galerie Max Hetzler | 28.04.-06.08.2022

Günther Förg | EXPOSITION COLLECTIVE 1974 – 2007 | Galerie Max Hetzler | 28.04.-06.08.2022

Günther Förg | EXPOSITION COLLECTIVE 1974 – 2007 | Galerie Max Hetzler | 28.04.-06.08.2022

bis 06.08. | #3461ARTatBerlin | Galerie Max Hetzler präsentiert ab 28. April 2022 in der Potsdamer Straße 77-87 die Ausstellung EXPOSITION COLLECTIVE 1974 – 2007 mit Werken von Günther Förg aus drei Dekaden seines Schaffens aufmerksam machen zu dürfen. Es ist die zweiundzwanzigste Einzelausstellung des Künstlers in der Galerie.

Das Werk Günther Förgs ist durch seine multidisziplinäre Arbeitsweise, die Vielfalt der thematischen Referenzen und Motive, sowie die Beschäftigung mit der Kunst und Architektur der Moderne, geprägt. Seit den frühen siebziger Jahren hat Förg auf diese Weise ein Œuvre geschafen, das neben Gemälden und Zeichnungen auch Skulpturen, Fotografen und Wandmalerei einschließt. Die meist abstrakten und monochromen Gemälde der frühen Jahre setzen sich wesentlich von der damals in Deutschland dominierenden figurativen Malerei ab.

Beispiele aus Förgs Schafen, darunter Gemälde und Fotografen (sowie drei Skizzen zu Förg Ausstellungen in der Galerie Max Hetzler Köln von 1983) lassen sich im unteren großen Ausstellungsraum der Potsdamer Straße finden. Förgs Einstellung zu abstrakter Kunst unter rein formalen Aspekten, wenn auch durchaus mit Referenzen an die Kunst der Moderne und die Sprache der Kunstgeschichte, erlaubt dem Betrachter heute ein Bilderlebnis das sich ausschließlich auf die Grundfesten der Malerei konzentriert. An den teilweise monumentalen Arbeiten, wie einem 350 x 1300 cm großen Gemälde von 2003 oder einem 260 x 1020 cm großen, ebenfalls dreiteiligen Werk von 1998, lässt sich Förgs Interesse an einer raumgreifenden Malerei, die einzelne Bildtafeln mit den Dimensionen und der Wirkung eines Raumes verbindet, erkennen. Wir sehen in der Malerei eine Entwicklung von den monochromen Bildern der 70er Jahre hin zu immer stärker gegliederten „Fensterbildern“ und ab den frühen 90er Jahren zu den flimmernden Rastern der in der Literatur als „Gitterbilder“ bekannten Gemälden. Neue Impulse für die Weiterführung der Tafelmalerei zog Förg dabei aus den Erfahrungen, die er mit der Wandmalerei gesammelt hatte. „In der Malerei ab 1990 gibt es bisweilen Themen und Sujets wie Fensterbilder, späte Bilder von Munch oder Bonnard als Ausgangspunkt, sowie Gitterbilder oder Graue Bilder, die Bezug nehmen auf die Arbeiten der siebziger Jahre“. (Günther Förg im Gespräch mit Thomas Grote in: Bilder/Paintings 1973-1990, Galerie Max Hetzler, Ausst. Kat. S. 53, Berlin 2004)

Maßgeblich waren auch die vielen Reisen, auf denen Förg seit den 80er Jahren fotografierte. Für seine Architekturaufnahmen bevorzugte er das Großformat. Insbesondere widmete er sich Bauten des italienischen Rationalismus und ikonischer Architektur der Moderne des 20. Jahrhunderts. Die Fotografen werden mit schweren Rahmen versehen präsentiert, das nicht entspiegelte Glas reflektiert und absorbiert gleichzeitig Raum und Betrachter. Das erste Haus das Förg fotografierte und zu dem er wieder und wieder zurückkehrte war die Villa Malaparte, die ihm durch den Jean-Luc Godard Film, „Die Verachtung“ bekannt war, und die sich der italienische Dichter Curzio Malaparte Ende der 1930er Jahre auf Capri erbauen lies.

Im oberen Ausstellungsraum wird an der Außenwand eine Serie von Bronzereliefs gezeigt. Ähnlich dem flüchtigen Farbauftrag auf den schweren Bildträgern der Gemälde auf Blei spielen auch die BronzeReliefs und die Skulpturen mit der Spannung zwischen Leichtigkeit und Schwere. Die Herstellung der Gipsmodelle erfordert eine schnelle Arbeitsweise, deren expressive Handschrift dann quasi in Bronze gefroren wird. Im Innenraum der Galerie ist eine Wandmalerei von 1986 zu sehen, die Förg ursprünglich für die Rotunde der Frankfurter Schirn geschaffen hatte. Die Wandmalereien stellen einen zentralen Aspekt in seinem künstlerischen Schaffens dar. Sie haben ihm neue Präsentationsmöglichkeiten eröffnet, ließen sich mit fotografischen wie malerischen Arbeiten kombinieren, waren stets als Klärung des Raums und Rhythmusgeber für dessen Struktur gedacht. Zwei im Raum stehende Torsi dienen als Beispiele für die Skulptur, um die Günther Förg sein Werk seit den 1980er Jahren erweiterte. Die Steingüsse, einmal hell und einmal dunkel gefasst, greifen klassische Formen auf, demonstrieren mit ihrer zerklüfteten Form aber seine Lust am Spiel mit Oberfächen. Im Gegensatz zu der glatten, von jeglicher Handschrift befreiten Wandmalerei, ist hier die expressive Geste wichtiges Merkmal. An den Kopfwänden des Raumes ersetzen zwei Fotografen aus der Villa Malaparte die Fenster die dem „white cube“ der Galerie fehlen, ein von Förg oftmals verwendetes Bild.

Zusätzlich zu der Ausstellung in der Potsdamer Straße wird in der Window Gallery in der Goethestraße 2/3 Förgs Arbeit Untitled, 1991 (Acryl auf Canson) zu sehen sein.

Günther Förg wurde 1952 in Füssen geboren und starb 2013 in Freiburg. Zuvor hatte er in Areuse (Schweiz) gelebt und gearbeitet. Der Künstler war Professor an der Hochschule für Gestaltung, Karlsruhe, und später an der Akademie der Bildenden Künste, München. Sein Werk wurde in zahlreichen Einzelausstellungen in internationalen Institutionen präsentiert, darunter Palazzo Contarini Polignac, Venedig (2019); Stedelijk Museum, Amsterdam, und Dallas Museum of Art (beide 2018); MEWO Kunsthalle Memmingen (2016); Deichtorhallen, Hamburg (2015); Fundación Luis Seoane, A Coruña (2014); Museum Brandhorst, München (2014); Museo Carlo Bilotti, Rom (2013); Essl Museum, Klosterneuburg (2008); Tokyo Museum of Contemporary Art (1991); Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris (1991); und Secession, Wien (1990). Werke von Günther Förg befinden sich in bedeutenden öffentlichen Sammlungen wie dem Art Institute of Chicago, der Fondation Beyeler, Basel, dem Moderna Museet, Stockholm, dem Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía, Madrid, dem Museum of Modern Art, New York, der Neuen Nationalgalerie, Berlin, dem Saint Louis Art Museum, dem San Francisco Museum of Modern Art, dem Städel Museum, Frankfurt am Main, dem Stedelijk Museum, Amsterdam, der Tate, London, und dem Walker Art Center, Minneapolis.

Eröffnung: Donnerstag, 28. April 2022 – 11:00 bis 20:00 Uhr

Ausstellungsdaten: Donnerstag, 29. April – Samstag, 6. August 2022

Sonderöffnung zum Gallery Weekend Berlin: Samstag, 30. April und Sonntag, 1. Mai 2022

Zur Galerie

 

 

Bildunterschrift: Günther Frög, Photos: © Ika Huber and Estate Günther Förg, Münchenstein, Suisse

Weitere Ausstellungen und Veranstaltungen:

Thomas Struth
3. März – 21. Mai 2022
Bleibtreustraße 45 und 15/16, 10623 Berlin

Günther Förg
28. April – 6. August 2022
Window Gallery, Goethestraße 2/3, 10623 Berlin

Jeremy Demester
29. April – 18. Juni 2022

Djemy
Goethestraße 2/3, 10623 Berlin

Ausstellung Günther Förg – Galerie Max Hetzler | Contemporary Art – Zeitgenössische Kunst in Berlin – Ausstellungen Berlin Galerien – ART at Berlin

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