bis 04.07. | #5084ARTatBerlin | Galerie Kristin Hjellegjerde in Berlin zeigt aktuell die Ausstellung Passion Flower der Künstlerin Kimathi Mafafo.
Eine Frau in goldbestickter Kleidung sitzt umringt von Blumen und Blättern, während der Wind ihr durchs Haar fährt und der Sternenhimmel im Mondlicht leuchtet. „Passion Flower“, die Einzelausstellung der südafrikanischen Künstlerin Kimathi Mafafo in der Kristin Hjellegjerde Gallery in Berlin, erkundet die Natur nicht nur als physischen Raum, sondern als verkörperte Erfahrung, geprägt von Empfindung, Verbundenheit und Fürsorge.
Der Titel der Ausstellung bezieht sich auf eine bestimmte tropische Blumenart, die in den Werken dargestellt wird und die der Künstlerin erstmals von ihrer verstorbenen Großmutter wegen ihrer beruhigenden und stärkenden Wirkung vorgestellt wurde. Der Name und die Form der Blume stehen für Mafafo zudem symbolisch für ein gesteigertes körperliches und emotionales Bewusstsein. In all ihren Werken evozieren die leuchtenden Farben der Blütenblätter und Ranken eine jenseitige, fast kosmische Präsenz, die auch an Antennen oder Satellitenschüsseln erinnert – Sender oder Empfänger von Botschaften. Insbesondere in den Stillleben werden sie zu Stellvertretern für den Körper, der aus üppigem, verflochtenem Laubwerk hervortritt.
Diese Verlagerung vom Porträt hin zu abstrakten Stillleben und Landschaftsszenen markiert eine umfassendere Entwicklung in Mafafos Schaffen hin zu skulpturaleren Werken, in denen der Stoff selbst eine körperliche Präsenz annimmt. Dies kommt durch die vielfältigen Sticktechniken zum Ausdruck, die Mafafo einsetzt: Während einige Details – wie Blumen und Blätter – präzise wiedergegeben sind, verheddern, schlingen und fransen sich die Fäden an anderen Stellen.
Zusammenarbeit und Austausch stehen im Mittelpunkt von Mafafos Schaffensprozess. Seit mehreren Jahren arbeitet sie mit zwei Frauen zusammen, die sie in der Stickkunst ausgebildet hat, und während die Kompositionen ihre eigenen bleiben, trägt jede Mitwirkende eine unverwechselbare Sticktechnik bei, die ihren eigenen Rhythmus und ihre eigene Identität zum Ausdruck bringt. Das Ergebnis sind vielschichtige Oberflächen, die von weiblichen Räumen und Austausch erzählen. Die Kunstwerke „Sisters in Union“ sind eine Hommage an diesen einzigartigen Schaffensprozess, aber auch an ein Gefühl der Solidarität mit allen Frauen, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart.
Mafafo möchte mit ihren Werken ein Gefühl der Entspanntheit und Offenheit vermitteln. In dieser Ausstellung zeigt sich eine organischere Farbpalette, in der erdige Töne und samtiges Schwarz durch die leuchtende Intensität botanischer Formen kontrastiert werden. In den Porträts schützt die Natur die Frau und verstärkt zugleich ihre Präsenz, während in den Stillleben die botanischen Arrangements zu meditativen Blickpunkten werden, umgeben von fließenden Linien, die sowohl an topografische Formationen als auch an Energieströme erinnern und scheinbar über die Ränder des Stoffes hinausfließen.
Die Haptik und Sinnlichkeit von Mafafos Werken zeugen von der Freude, die das Eintauchen in die Natur bereitet, aber auch von einer Form der weiblichen Selbstermächtigung, die Raum für Zärtlichkeit, Selbstreflexion und Fürsorge schafft.
Vernissage: Mittwoch, 3. Juni 2026, 18 – 20 Uhr
Ausstellungsdaten: Donnerstag, 4. Juni – Samstag, 4. Juli 2026
Bildunterschrift: Kimathi Mafafo | Sisters in Union II, 2026 | Hand- und maschinenbestickter Stoff | 98 x 146 cm
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