post-title Ode aus Japan – Japan in Berlin | Gruppenausstellung | Semjon Contemporary | 30.01.-18.03.2026

Ode aus Japan – Japan in Berlin | Gruppenausstellung | Semjon Contemporary | 30.01.-18.03.2026

Ode aus Japan – Japan in Berlin | Gruppenausstellung | Semjon Contemporary | 30.01.-18.03.2026

Ode aus Japan – Japan in Berlin | Gruppenausstellung | Semjon Contemporary | 30.01.-18.03.2026

bis 18.03. | #4918ARTatBerlin | Semjon Contemporary präsentiert ab Freitag, 30. Januar 2026 (Vernissage: 29.01.) die Ausstellung Ode aus Japan – Japan in Berlin der Künstler*innen Takayuki Daikoku, Renate Hampke, Mayako Kubo, Taijoh Mori, Teppei Miyaki, Cornelia Nagel, Kazuki Nakahara, Ursula Sax, Ken‘ichiro Taniguchi, Hitomi Uchikura und Tomoyuki Ueno.

Die Wiedervereinigung Deutschlands und die parallel verlaufende Phase intensiver Globalisierung beschleunigten den internationalen Austausch nachhaltig. Berlin entwickelte sich in diesem Kontext zu einem zentralen Produktionsort zeitgenössischer Kunst und zog eine wachsende Community japanischer Künstlerinnen und Künstler an. Diese Entwicklung steht in einer langen Tradition des kulturellen Austauschs zwischen Japan und Europa.

Die europäische Moderne ist eng mit der Rezeption außereuropäischer Kunst verbunden. Insbesondere der japanische Holzschnitt prägte die französischen Impressionisten ebenso wie die deutschen Expressionisten, etwa in den Künstlergruppen Der Blaue Reiter und Die Brücke. Bereits im späten 19. Jahrhundert waren japanische Holzschnitte in Europa weit verbreitet; Künstler wie Franz Marc besaßen und studierten entsprechende Werke. Besonders einflussreich waren die Arbeiten von Katsushika Hokusai, dessen Große Welle heute weltweit zu den bekanntesten Grafiken zählt.

Schon 1931 wurde in Berlin eine umfassende Ausstellung zeitgenössischer japanischer Kunst realisiert. Vor diesem historischen Hintergrund bietet die Vertretung der Künstler:innen Hitomi Uchikura und Takayuki Daikoku durch Semjon Contemporary Anlass, diesen Dialog fortzuschreiben. Als zeitgenössischer Bezugspunkt zur historischen Verbindung zwischen Berlin und Japan wurden Renate Hampke und Ursula Sax eingeladen, eine künstlerische Interpretation von Hokusais ikonischer Welle zu entwickeln.

Der Titel der aktuellen Ausstellung ist einem gleichnamigen Werk von Renate Hampke (wie Ursula Sax, Jahrgang 1935) entlehnt, in dem ein Fundstück aus Tokio eine zentrale Rolle spielt. Hampke schuf diese Arbeit im Jahr 2015 nach einer Reise nach Japan.

Mit Cornelia Nagel ist eine dritte nicht-japanische Künstlerin in der Ausstellung vertreten. Ihre Raku-Keramiken genießen auch in Japan hohes Ansehen. Sie wählte den umgekehrten Weg und erlernte die traditionelle japanische Raku-Technik selbst. Das Raku-Museum in Kyoto besitzt mehrere ihrer Werke; zudem widmete ihr die Galerie Semjon Contemporary in den Jahren 2016/17 eine Einzelausstellung.

ART at Berlin-Semjon Contemporary-Teppei Miyaki

Teppei Miyaki, Kimitsu Sand Vessel (Detail), 2025, 11 x 16,5 x 15 cm, Stratum (Ichijuku Formation), urethane resin, putty, urethane coating and UV-cut clear coating (photo: Teppei Miyaki)

Alle in der Ausstellung vertretenen japanischen Künstlerinnen und Künstler leben in Berlin oder haben hier prägende Lebensphasen verbracht. Eine Ausnahme bildet Teppei Miyaki, der jedoch vorletztes Jahr mehrere Wochen in der Stadt verbrachte, als Takayuki Daikoku seine Einzelausstellung in der Galerie Semjon Contemporary zeigte, und ihn in dieser Zeit als Künstlerfreund begleitete.

Die japanischen Künstlerinnen und Künstler dieser Ausstellung verbindet der bewusste Erhalt ihrer nationalen Identität bei gleichzeitiger Ausrichtung auf internationale Anerkennung – ein Spannungsfeld, das sich überzeugend in ihren Werken widerspiegelt.

Die besondere Qualität ihrer Arbeiten liegt darin, dass sie ihre japanischen Wurzeln und Einflüsse nicht verleugnen, zugleich jedoch eine eigenständige, universelle künstlerische Sprache entwickelt haben. Diese bezieht Erfahrungen aus der europäischen wie auch aus der globalen Kunstwelt ein. Ihre Werke vereinen beide Kultursphären, ohne sich einer von ihnen unterzuordnen, und schaffen eine formale Synthese zwischen diesen Welten.

Ein roter Faden durchzieht sämtliche Arbeiten der Ausstellung: die konsequente Konzentration auf Form und Struktur, die in sich geschlossen ist und zugleich eine verdichtete Kraft in stoischer Ruhe ausstrahlt.

Als verbindendes Element zwischen Bild und Musik komponierte Mayako Kubo ein kurzes Musikstück, das am Eröffnungsabend von der Sängerin Miho Kinoshita (Deutsche Oper) aufgeführt wird. Die Komposition selbst wird in zeichnerischer Form präsentiert. Für Betrachtende ohne Notenkenntnisse erscheint sie als Zeichensystem, als visuelle Arbeit. Dieser Ansatz wurde bereits 2014 in der Zeichenausstellung „Lieber Künstler, zeichne mich!“ in der Galerie Semjon Contemporary untersucht, an der über 70 Künstlerinnen und Künstler – darunter vier Komponisten – beteiligt waren.

„Ode aus Japan“ versteht sich als Momentaufnahme der vielfältigen Berliner Kunstszene, die wesentlich durch unterschiedliche Gemeinschaften – in diesem Fall durch den japanisch-deutschen Austausch – geprägt ist. Diese Vielfalt hat entscheidend dazu beigetragen, den internationalen Ruf Berlins als Kunstmetropole zu begründen und weiter zu festigen.

Das große Ganze ist die Summe aller Teile.

Vernissage: Donnerstag, 29. Januar 2026, 19:00–21:30 Uhr

Ausstellungsdaten: Freitag, 30. Januar bis Mittwoch, 18. März 2026

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Bildunterschrift Titel: Renate Hampke, Ode aus Japan (Namensgeberin der Ausstellung), 2015, 52 x 53 x 5 cm, Zeichenbrett, Zeichenkohle, Fahrradschlauch, Lakritz, Kabelbinder, Fundstücke (u.a. Schalt-knauf aus Tokyo). Foto: Jürgen Baumann.

Ausstellung Ode aus Japan – Semjon Contemporary | Zeitgenössische Kunst | Contemporary Art | Ausstellungen Berlin Galerien – ART at Berlin

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