post-title Inessa Dolinskaia | …vom Wind getragen | Hilaneh von Kories | 27.11.2015-19.02.2016

Inessa Dolinskaia | …vom Wind getragen | Hilaneh von Kories | 27.11.2015-19.02.2016

Inessa Dolinskaia | …vom Wind getragen | Hilaneh von Kories | 27.11.2015-19.02.2016

Inessa Dolinskaia | …vom Wind getragen | Hilaneh von Kories | 27.11.2015-19.02.2016

bis 19.02. | #0279ARTatBerlin | Unter dem Titel „…vom Wind getragen“ präsentiert die Berliner Galerie Hilaneh von Kories ab dem 27. November 2015 fotografische Arbeiten der Berliner
Künstlerin Inessa Dolinskaia.

Ob Moskau, Florenz oder vor allem in Berlin: Bevorzugt ist die Künstlerin mit ihrer Kamera in der Stadt unterwegs, stets auf der Suche nach flüchtigen Momenten inmitten des Großstadtlebens. In ihrem Werk nimmt Inessa Dolinskaia den Betrachter mit zu einer Entdeckungstour jenseits der üblichen Wahrnehmungsmuster. Sie lenkt den Blick auf die ansonsten übersehenen Details oder rückt Bekanntes durch Unschärfen und verfremdende Ausschnitte noch einmal neu in den Mittelpunkt ihrer Bilder. Mit ihrer Kamera ist sie eine genaue Beobachterin, die mit sensiblem Gespür auf die vielfältigen Eindrücke der Stadt reagiert. So entstehen ruhige Momentaufnahmen, die den Blick für die Poesie des Alltags öffnen. Auf diese Weise gelingt es ihr, den Betrachter stets aufs Neue zu überraschen, ihm immer wieder ungewohnte Einblicke und Interpretationen des urbanen Lebens zu präsentieren.

Vor allem die Stunden der Dämmerung am Morgen oder manchmal auch am Abend sind bevorzugte Tageszeiten ihrer Aufnahmen. Denn in diesen Momenten ist es noch ruhig oder das Tempo der Großstadt verlangsamt sich wieder. Diese besondere Atmosphäre, in der die Zeit fast still zu stehen scheint, schafft ideale Voraussetzungen für ihre Schwarzweiß-Aufnahmen. Neben den Fassaden und Gebäuden der Stadträume gilt ein besonderer Blick den Bäumen und Pflanzen, die sich im urbanen Umfeld behaupten müssen. Selten finden sich auch Menschen in den Aufnahmen; werden sie jedoch ins Blickfeld gerückt, so scheinen sie sich dem Betrachter zu entziehen, bleiben ganz bei sich, zeigen sich nur als Schattenwurf oder entschwinden fast ganz in Unschärfe.

Mit ihren ruhigen Aufnahmen gelingt es Inessa Dolinskaia einen atmosphärischen Schwebezustand festzuhalten, Augenblicke zwischen Bewegung und Stillstand,
Nähe und Fremde, Detail und Übersicht. In ihren Kompositionen erscheint die Stadt nicht real, sondern vielmehr als Traumgebilde aus Gefühlen und Sehnsüchten.

Die Bildserien tragen Titel wie „Berlin pastel“, „Geflüster“, „Fiktive Heimat“ oder „Wunderland“. Diese Bildfolgen dokumentieren nicht, sondern sprechen den Betrachter vor allem ganz unmittelbar auf eine emotionale Weise an. Denn nicht jedes Bild muss erklärt und verstanden werden, sondern die Künstlerin variiert eine irrationale Bildsprache der Fotografie. So führt und verführt sie in zarte, manchmal auch schwermütige Zwischenwelten der Stadt. Traum und
Wirklichkeit gehen in den sensiblen Bilderzählungen eine ganz eigene Verbindung ein. Im fotografischen Material hat die Künstlerin ihre ideale Projektionsfläche gefunden, hier erhalten ihre Tagträume eine spezielle visuelle Form.

Die Ausstellung zeigt in ca. 40 Arbeiten die ganz eigene, poetische Wunderwelt von Inessa Dolinskaia:

„…ich ziehe mich an, mache das Fenster auf. Wichtig ist es dabei, keinen zu wecken, sonst werden Fragen gestellt, auf die man keine Antwort hat. Waren Sie schon um 5 Uhr morgens in Berlin spazieren? Es ist wunderschön. Und da ich nicht laufen mag, fliege ich. Ich liebe Berlin morgens, wo noch alle schlafen und die wenigen, die von der oder zur Arbeit eilen, schauen nicht nach oben, also bewege ich mich die meiste Zeit in stolzer Einsamkeit, abgesehen von ein paar verschlafenen Vögeln. Ich sehe Hinterhäuser mit verstaubten Fenstern, die eine andere Wirklichkeit widerspiegeln.
Dächer mit unzähligen Antennen, die tagsüber außerirdische Schatten werfen, aber in dieser Morgenstunde wie aus einem Märchenbuch entsprungen wirken. Ich mag große Kreuzungen mit noch blinzelnden einäugigen Ampeln, wo die einzigen Fußgänger Tauben und Spatzen sind. Die Bäume fühlen sich im Morgengrauen auch noch unbeobachtet und flüstern miteinander. Ein Spielplatz. Umgewühlter Sandkasten, man kann noch die Stimmung vom vorigen Tage fühlen. Die aufgemalte Sonne auf dem Asphalt lächelt mich an. Ich setze mich auf eine Bank und mache die Augen zu. Es klingelt.“

Inessa Dolinskaia wurde 1980 im russischen Saratov geboren. Seit 2006 arbeitet sie freiberuflich als Fotografin; sie ist Absolventin der Neuen Schule für Fotografie Berlin (Abschlussklasse 2009). Erste Ausstellungen hatte sie in den letzten Jahren in Hamburg, Berlin, Köln und München. 2010 wurde sie mit dem Canon Profifoto Förderpreis ausgezeichnet.
Ausstellungsdaten: Freitag, 27. November 2015 bis Freitag, 19. Februar 2016

Zur Galerie Hilaneh von Kories

 

Bildunterschrift: Inessa Dolinskaia – Wunderland # 40, 2009

Inessa Dolinskaja – Hilaneh von Kories – ART at Berlin

 

 

 

 

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