post-title Ina Weber | Out to Lunch | Laura Mars Gallery | 12.09.-10.10.2015

Ina Weber | Out to Lunch | Laura Mars Gallery | 12.09.-10.10.2015

Ina Weber | Out to Lunch | Laura Mars Gallery | 12.09.-10.10.2015

Ina Weber | Out to Lunch | Laura Mars Gallery | 12.09.-10.10.2015

bis 10.10. | #0198ARTatBerlin | Laura Mars Gallery freut sich, ab dem 12. September 2015 die Ausstellung „Out to lunch“ der Künstlerin Ina Weber zu präsentieren.

Ina Webers China‐Pfanne und andere Keramik im Asia‐Look
Als Voltaire in der Mitte des 18. Jahrhunderts begeistert über China schrieb, schwebte ihm ein von aufgeklärten
Gelehrtenbeamten regiertes Riesenreich vor. Vor Ort war er zwar nicht gewesen, sicher hatte er jedoch die Chinamode an den europäischen Fürstenhöfen seiner Zeit vor Augen, wo in zahlreichen Garten‐ und Parkanlagen Pagoden, Teehäuser und Pavillons in fernöstlicher Bauweise entstanden waren. Mit ihren geschwungenen Dachformen, farbigen Säulen und exotischen Figuren suggerierten sie anhand weniger Versatzstücke das Bild eines heiter verspielten exotischen Lebensstils. Dass durch ein Kopieren chinesischen Porzellans im großen Stil auch massive wirtschaftliche Interessen damit einhergingen, sei zumindest an dieser Stelle angeführt, sieht man heutigen Tags den Technologietransfer doch vornehmlich in umgekehrter Richtung verlaufen. Mittlerweile sind einige größere deutsche Architekturbüros mit der Planung ganzer Städte im Reich der Mitte betraut – aber auch die Versatzstücke traditionellen chinesischen Bauens haben in unseren Breitengraden eine anhaltende und ungebremste Verbreitung gefunden, kommt doch keines der zahlreichen Chinarestaurants in jeder mittleren bis größeren Stadt ohne sie aus. Selbst der rudimentärste Asia‐Shop oder Thai‐Imbiss wartet noch mit ihnen auf. Ob auch hierbei noch die Missverständnisse im globalen Kulturaustausch zum Tragen kommen, denen seinerzeit Voltaire erlegen war, verraten uns die keramischen Hausmodelle von Ina Weber, die eben diese architekto
nischen Hybridbildungen vor Augen führen, zwar nicht, geben aber nichtsdestotrotz Anlass, über die verschlungenen Wege des Völker verbindenden Miteinanders über Raum und Zeit hinweg ins Grübeln zu geraten. Es gehört zur subversiven künstlerischen Strategie Ina Webers, ihren Blick auf die urbanen, von Menschenhand geformten, zumeist profan‐banalen und damit nahezu aus dem Bewusstsein entschwundenen Stadtmöblierungen zu richten und uns überraschend eigenwillig anmutende Versatzstücke daraus in heiter entlarvenden, aber auch befremdlich dimensionierten Modellsituationen als hintersinnige Stolperfallen vor Augen zu führen. Ihre Kunst ist dabei die sinnlich konkrete und gleichzeitig reflektierte Auseinandersetzung mit den Aporien, in die das Anschauliche gerät, wenn die Welt als solche zunehmend abstrakter und zweifelhafter wird. Die Haltung der Künstlerin ist dabei weder pessimistisch noch zynisch. Sie ist nicht ideologisch oder
utopisch, auch nicht offen kämpferisch, sondern geprägt von der verhaltenen Sicherheit der vagabundierenden Spieler und ‚Bastler’, die den Alltag gleichermaßen als Materiallieferanten wie als Baustelle benutzen, als gegeben und infiltrierbar vorstellen. Hinter der Anschmiegung an Vorhandenes und Bekanntes setzt eine präzise Bildformung ein, deren Spiel mit der Wirklichkeit weder einfache Wiederholung noch eindeutiger Kommentar ist. Strukturelle, sowie auch ganz subjektive Ebenen werden dabei sichtbar und entfalten ihre je eigene Dynamik. (Harald Uhr)

Ina Weber (*1964) lebt und arbeitet in Berlin.
Einzelausstellungen (Auswahl): 2015 Weg nach Dort (mit Vincent Tavenne), Museum am Ostwall, Dortmund; Weg nach
weiter (mit Vincent Tavenne), M29, Köln 2014 Good Friends, Galerie Hammelehle und Ahrens, Köln; Reinweiß (mit Thomas
Rentmeister), St. Gertrud, Köln; Neueröffnung, Gmünder Kunstverein, Schwäbisch Gmünd; Fire Exit, Marburger Kunstverein;
Abgehängt, ADN Pförtnerhaus, Berlin 2013 Hier, Haus am Waldsee, Berlin und Städtische Galerie Delmenhorst 2012 Zur
feuchten Ecke, Galerie Andreas Höhne, München 2011 Mix Cafe, Galerie Giti Nourbakhsch, Berlin; Kommt Runter, Georg
Kargl Fine Arts, Wien
Gruppenausstellungen (Auswahl): 2015 Ärger im Paradies, Kunst‐ und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland,
Bonn 2014 Hello Goodbye, Galerie Laura Mars, Berlin; Happy birthday babyboomer, Galerie der Stadt Backnang; 2013 Nur
hier – Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland; Back to Earth. Von Picasso bis Ai Wewei – die
Wiederentdeckung der Keramik in der Kunst, Herbert Gerisch Stiftung, Neumünster; Ein ahnungsloser Traum vom Park,
Museum Abteiberg, Mönchengladbach; Stadt in Sicht – Werke aus der Sammlung Deutsche Bank, Museum Ostwall im
Dortmunder U; Make active Choices, Museum für Neue Kunst, Freiburg; Back to Earth, Herbert Gerisch Stiftung, Neumünster
2012 Ab in die Ecke!, Städtische Galerie Delmenhorst 2011 Mobilisieren, Städtische Galerie Nordhorn, Nordhorn; Taktiken
des Wilderns, ORTung 2010, Kunstverein Salzburg; I love Aldi, Wilhelm‐Hack‐Museum Ludwigshafen 2010 Urban Visions,
Zendai Museum of Modern Art, Shanghai; Does City/Münster matter?, Ausstellungshalle zeitgenössische Kunst, Münster;
LARGER THAN LIFE – STRANGER THAN FICTION, Triennale Kleinplastik, Fellbach; Happy End, Kunsthalle Göppingen.

Ausstellungsdaten: Samstag, 12. September – Samstag, 10. Oktober 2015

Finissage: Samstag, 10. Oktober 2015

Zur Laura Mars Gallery

 

Bildunterschrift: via Laura Mars Gallery – Ina Weber

Ina Weber – Laura Mars Gallery – Kunst in Berlin ART@Berlin

 

 

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