post-title William Wauer | Galerie Brockstedt | 21.03.-31.05.2019 – verlängert bis 29.06.2019

William Wauer | Galerie Brockstedt | 21.03.-31.05.2019 – verlängert bis 29.06.2019

William Wauer | Galerie Brockstedt | 21.03.-31.05.2019 – verlängert bis 29.06.2019

William Wauer | Galerie Brockstedt | 21.03.-31.05.2019 – verlängert bis 29.06.2019

verlängert bis 29.06. | #2353ARTatBerlin | Galerie Brockstedt zeigt ab 21. März 2019 eine Einzelausstellung mit Bronzeskulpturen, Malerei, Zeichnung und Grafik des expressionistisch-kubistischen Künstlers William Wauer.

Erneut gelang es der Galerie Brockstedt ein bedeutendes Konvolut der Klassischen Moderne aus einer Züricher Privatsammlung nach Berlin zu holen. Es handelt sich um 20 Skulpturen aus Bronze sowie 10 Bildern nebst diversen Zeichnungen und Grafiken aus der Zeit von 1916 bis 1930 des expressionistisch-kubistisch arbeitenden Künstlers William Wauer (1866–1962).

Der „Tausendsassa“ William Wauer wurde 1866 als Sohn eines Hilfspredigers in Oberwiesenthal/Erzgebirge geboren. Sein weiterer Lebensweg führte ihn zum Studium der Kunst, Philosophie und der Kunstgeschichte nach Dresden, Berlin München und Leipzig. Er reiste in die Vereinigten Staaten, nach Wien, Zürich und Rom, arbeitete als Herausgeber, Feuilletonredakteur und Illustrator von Zeitschriften und als künstlerischer Sachverständiger für die Lingner-Werke in Dresden, wo er die Form der noch heute gebräuchlichen ODOL- Flasche entwickelte.

1905 ging er nach Berlin und wird von Max Reinhardt an das Deutsche Theater geholt. Er arbeitet beim Rundfunk und war seit 1911/12 ein Pionier des Stummfilmes. William Wauer widmete sich seit 1916 der bildenden Kunst und schuf großartige Plastiken, Zeichnungen, Gemälde, Aquarelle und Grafiken. Seine typischen kubo-expressionistischen Figuren (z.B. „Schlittschuhläufer“ (1916), „Läufer“ (1920), „Der Blitzreiter“ (1923) und „Eisbär“ (1924), formte er in verschiedenen Materialien, vor allem aber in Bronze. Bekannt machten ihn seine Porträts, so die Büsten von Herwarth und Nell Walden (1917/18), Rudolf Blümmner (1919) und Albert Bassermann (1921), Wauers favorisiertem Schauspieler.

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Schlittschuhläufer, 1916, 26 x 28 x 18 cm, Bronze, sign. „W. Wauer“, Aufl. VII/VII

Wauers Bildhauerkunst ist durch spannungsvollen Bewegungsrhythmus charakterisiert, den er dem Futurismus entlehnte.

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Blitzreiter, 1923, 15 x 26 x 12,5 cm, Bronze, sign. „W. Wauer“, Aufl.  VII/VII, Gießerstempel: W. Füssel Berlin

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Tänzer(in), 1923, 32 x 22 x 13 cm, Bronze, sign. „Wauer“, Aufl.  II/VII,
Gießerstempel: W Füssel Berlin 10

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Eisbär, 1924, 14 x 24 x 9 cm, Bronze, sign. „W. Wauer“, Aufl. H.C., Gießerstempel: W. Füssel Berlin

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Portraitbüste Herwarth Walden, 1917, 53 x 34 x 34 cm,
Bronze, sign. „W. Wauer“, Aufl. IV/VII, Gießerstempel: W. Füssel Berlin

„ Neben der Dominanz der Abstraktion – bei der das Gegenständliche in unterschiedlichem Maße ausgeschaltet blieb – waren zahlreiche Werke der Malerei und Skulptur zudem durch eine rhythmische Dynamik gekennzeichnet, die vor allem auf betonten Farben- und Formenkontrasten, Diagonalkompositionen und in der Plastik zudem auf einer schwungvoll Licht führenden, scharfkantigen Flächensetzung beruhte. Die dadurch angestrebte Suggestion von Dynamismus entsprach dem modernen Großstadterlebnis, durch solche technischen Erfindungen wie Film, Auto, Flugzeug, Schnellbahn und andere Maschinen.“
– Anita Beloubek-Hammer, William Wauer und der Berliner Kubismus, Ausst.-Kat. Kolbe-Museum, Berlin 2011, S.74

ART-at-Berlin---Courtesy-of-Galerie-Brockstedt---William-Wauer_3
Non Stop, 1930, 61 x 54 cm, Öl/ Hartfaser,
verso: bez. „William Wauer Non Stop“ + Aufkleber Verein Berliner Künstler

Er arbeitete als Redakteur für Herwarth Waldens Zeitschrift „Der Sturm“ und wurde zu einem wichtigem Theoretiker des Expressionismus.
Wauer war dreimal verheiratet, starb 1962 in West-Berlin und ist auf dem Waldfriedhof in Berlin- Dahlem beigesetzt.

Text: Barbara Brockstedt

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Versunkenheit (Grabmal), 1920, 16 x 24 x 10 cm, Bronze, sign. „W. Wauer“, Aufl. 2/7
Gießerstempel: W. Füssel Berlin

William Wauer – Biografie

Deutscher Bildhauer, Maler, Kunstgewerbler, Grafiker, Regisseur, Autor, Produzent

geb. 1866 in Oberwiesenthal
gest. 1962 in Berlin (West)

Gymnasium in Dresden und Halle
1884-87 Studium an den Kunstakademien in Dresden und Berlin, später in München
1888 Aufenthalte in den USA (San Francisco und New York) als Gehilfe des Malers (Hermann?) Kay; Heirat mit der Rittergutsbesitzerin Albine Moschner
Anschließend Studium der Philosophie und der Kunstgeschichte in Leipzig
Wauer arbeitet in Leipzig als Kunstkritiker und Feuilletonredakteur
1896-97 Aufenthalt in Rom und Zürich
1898 Herausgeber der Monatszeitschrift Quickborn und künstlerischer Leiter für den Deutschen Kunstverlag
1901 Studienreise nach Wien
Anschließend ist er zeitweise Leiter der Werbeabteilung und Berater der Lingnerwerke, Dresden, für die er u.a. die „Odol“-Werbung entwickelt. Kurzfristig arbeitet er in den Reklameabteilungen der Firmen Kupferberg, Kathreiner, Exterikultur und Stollwerk sowie als Illustrator der dortigen Zeitschrift „Die Woche“.
Anschließend gründet er mit Theodor Fritsch den Dresdner Tagesanzeiger.
Mitglied im „Verband Deutscher Illustratoren“, in der „Bildhauervereinigung Berlin“ und im „Reichsverband bildender Künstler Deutschlands“
Wauer ist Verleger der „Dresdner Gesellschaft“ und schreibt Theaterkritiken
1904 Geburt des Sohnes Hans
ab 1905 in Berlin und wird von Max Reinhardt an das Deutsche Theater geholt; Besuch der dortigen Schauspielschule (Regieklasse), arbeitet anschließend als Regisseur am Deutschen Theater, am Neuen Theater und am Hebbel-Theater
1909 zweite Ehe mit Johanna Lewek, die Mutter von Sohn Hans
1911 Wauer pachtet das „Kleine Theater Unter den Linden“, hier erste Zusammenarbeit mit Herwarth Walden, Wauer führt Regie für Herwarth Waldens Pantomime „Die vier Toten der Fiametta“
ab 1912 Mitglied der Künstlergruppe „Der Sturm“
1919 erscheint Wauers Abhandlung zum expressionistischen Theater: „Theater als Kunstwerk“. Wauer arbeitet als Redakteur für die Kunstzeitschriften „Der Sturm“, „Die Schaubühne“ und „Gesellschaft für Bühnenkunst“
ab 1911 Arbeit als Filmregisseur, Zusammenarbeit mit Oskar Messter, „Messter-Film“, dem Kameramann Carl Froelich (Wagner-Projekt) und mit „Eiko-Film“(Bismarck-Projekt)
ab 1914 Filmische Regiearbeit für die Projektions-AG „Union“ (So rächt sich die Sonne; Der Tunnel), für „PAGU“ (Der geheimnisvolle Wanderer; Der Loder, Auf der Alm) für „Saturn-Film AG“ und für „Atlantic-Film Aarhus“ (Die Gräfin Heyers).
1915 Wauer verfilmt mit Fritzi Massary B. Kellermanns „Der Tunnel“
1916 Skulptur „Schlittschuhläufer“, Wauers erstes plastisches Werk
1916 Gründung der Filmgesellschaft „W.W.-Film Wauer & Co.“, enge Zusammenarbeit mit dem Fotografen Helmar Lerski (Rosa kann alles; Peter Lump; Im Bewusstsein der Schuld)
ab 1917 technische Leitung der „Flora-Film-Gesellschaft“, dann Geschäftsführer „Kultur-Film GmbH“; Kulturfilme für das Bild und Film-Amt (BUFA); Tätigkeit für verschiedene Filmgesellschaften wie Beck und Scala
1916-20 Vorstandsmitglied des Berliner „Filmclub e.V.“
1917/18 Büste Herwarth und Nell Walden
ab 1918 Ausstellungsbeteiligungen mit Skulpturen in der „Galerie der Sturm“
1918 Zusammenarbeit mit dem Film-Produzent Jules Greenbaum, mit Progreß-Filmgesellschaft und mit „Bioscop“ sowie Globus-Film (Warschau) (Tochter des Henkers)
1918/19 Büste des Schauspielers Albert Bassermann
1919 Zusammenarbeit mit „Rekord-Film“ (Die Gespenster von Garden Hall, Hungernde Millionäre)
1919-28 Mitbegründer und Vorsitz der „Internat. Vereinigung der Expressionisten, Futuristen und Kubisten“ (ab 1926 „Die Abstrakten“)
1919 Lehrtätigkeit an der Sturm-Kunstschule, wo er die expressionistische Kunst der Bühne, der Schauspielkunst, der Dichtung und der Musik unterrichtet
1918/19 Herwarth Walden und Wauer verfassen den revolutionären Aufruf „Die Lösung der Rätefrage, Bericht der Rätekommission der Arbeitsbundes für sofortige Sozialisierung“
1919 Skulptur „Zwei-Einheit“
1919/20 für Greenbaum-Film Regie im Film „Masken“
1920 Regie im Albert-Theater Dresden, Neuaufführung von Waldens Pantomime „Die vier Toten von Fiametta“ statt, Bühnenbildern und Skulpturen von Wauer
1921 Dreharbeiten in Polen für „Lux-Filmgesellschaft“, Warschau, (Schönheit des Lebens)
1921 Skulptur „Verzückung“
20er Jahre Entwürfe für die Schwarzburger Werkstätten und für die Porzellankunst Unterweißbach; Mitarbeit in der Kunstschule von Walter Gropius
1922 dritte Bauhaus-Mappe mit Wauers Lithografie „Komposition mit ovalen Formen“; Wauer wird Mitglied der SPD
ab 1924 Wauer unterrichtet in den „Sturm“- Seminaren „Mystische und philosophische Erlösungslehren der Menschheit“
1924 Skulptur „Eisbär“
1924 Wauer gründet die „Internationale Vereinigung der Expressionisten, Kubisten, Futuristen und Konstruktivisten“ (später „Die Abstrakten“), deren Vorsitz er bis zum Verbot 1933 innehat.
1926 Begegnung mit dem indischen Philosophen Rabindranath Tagore;
Wauer verfasst das unveröffentlichte Manuskript „Buch von Ur“ um 1927 Wauer ist mehrfach Mitglied der Ausstellungskommission der Großen Berliner Kunstausstellung, an der er mit eigenen Werken teilnimmt; er gestaltet
Bronzebüsten der Präsidenten Ebert und Hindenburg (beide 1926), die in der Großen Berliner Kunstausstellung 1927 zu sehen sind.
1928 Ausstellungsbeteiligung bei der „Künstlervereinigung Berliner Bildhauer“
1928 Tätigkeit beim Berliner Rundfunk
1928 Amsterdam, Bronzemedaille für „Schlittschuhläufer“
ab 1933 Wauers Werke werden von den Nazis als „entartet“ bezeichnet; Verbot der Gruppe „Die Abstrakten“
1935 Wauer heiratet seine dritte Frau Ursula Scherz
1937 Ausstellung „Entartete Kunst“; Wauer ist mit einer Lithografie aus der „Bauhaus-Mappe“ vertreten.
1941 Reichskulturkammer verhängt ein Arbeitsverbot für Wauer, Beschlagnahmung einiger Werke

William Wauer Ausstellungen (Auswahl)

1918-25 Berlin, „Galerie der Sturm“, eine Einzelausstellung 1919 und regelmäßige Ausstellungsbeteiligungen
1918 Ausst. Nr. 61 (März 1918); Nr. 63 (Mai 1918); Nr. 65 (Juli-August 1918); Nr. 66 (September 1918) und Nr. 67 (Oktober 1918) (u.a. mit Johannes Molzahn, Oskar Fischer, Nell Walden, Arnold Topp, Hans Sittig, Marc Chagall, Wassily Kandinsky, Campendonk, Walter Dexel, Rudolf Bauer).
1919 Berlin, „Galerie der Sturm“, Ausst. Nr. 72 (März 1919), „ William Wauer, Gemälde, Bildwerke, Aquarelle, Zeichnungen“, Einzelausst.; Nr. 75 (Juni 1919); Nr. 78 (September 1919)
1919 Berlin, in den Räumen der „Freien Jugend“, Ausstellungsbeteiligung
1920 Berlin, „Galerie der Sturm“, Ausst. Nr.87 (Juni 1920); Nr. 88 (August 1920)
1921 Berlin, „Galerie der Sturm“, Ausst. Nr.100 (August-September 1921); Nr. 103 (Dezember 1921)
1922 Berlin, „Galerie der Sturm“, Ausst. Nr. 105 (Februar 1922)
1923 Berlin, „Galerie der Sturm“, „William Wauer“, Nr. 117 (März 1923); Nr. 118 (April 1923)
1924 Berlin, „Galerie der Sturm“, Ausst. Nr. 128 (Februar 1924); Nr. 136 (November 1924)
1925 Berlin, „Galerie der Sturm“, Ausst. Nr. 1925 (Juli 1925); Nr. 144 (September 1925)
1926-29 Berlin, Große Berliner Kunstausstellung, mehrfache Ausstellungsbeteiligung u. a. mit der Gruppe „Die Abstrakten“; Wauer ist Jurymitglied
1928 Berlin, „Künstlervereinigung Berliner Bildhauer“, Ausstellungsbeteiligung
1946 Dresden, Allgemeine Deutsche Kunstausstellung, und Düsseldorf, Allgemeine Deutsche Kunstausstellung, Ausstellungsbeteiligungen
1946 Berlin, Gästehaus Wannsee
1946 Berlin, „Kunsthaus Berlin-Tempelhof“, „Expressionismus um 1920“ (= Kunstschule und Ausstellungsräume im eigenen Tempelhofer Wohnhaus)
1948, 1951 Berlin, „Kunsthaus Berlin-Tempelhof“
1956 anlässlich seines 90. Geburtstags werden zehn seiner Werke in der Großen Berliner Kunstausstellung präsentiert und im Haus am Lützowplatz

ART-at-Berlin---Courtesy-of-Galerie-Brokstedt---William-Wauer-1915
William Wauer, Sonnenuntergang, 1915

Die Ausstellung läuft bis zum 31. Mai 2019. zum 29. Juni 2019! Zur Ausstellung erscheint eine Katalog-Broschüre.

Am Freitag, dem 21. Juni, sind wir wegen des „Charlottenwalks“ von 13 – 21 Uhr in Berlin für Sie da! Über das Programm des Charlottenburger Galerienrundganges informieren Sie sich bitte über www.charlottenwalk.de

Achtung: Während der Berliner Schulferien haben wir vom 22. Juni – 3. August verkürzte Öffnungszeiten: Di – Fr 11- 18 Uhr + Sa 11- 14 Uhr.

Vernissage: Donnerstag, 21. März 2019, 18 – 21 Uhr

Ausstellungsdaten: Donnerstag, 21. März  bis Freitag, 31. Mai 2019  – verlängert bis Samstag, 29. Juni 2019!

Zur Galerie Brockstedt

 

Bildunterschrift Titelbild: Eisbär, 1924, 14 x 24 x 9 cm, Bronze, sign. „W. Wauer“, Aufl. H.C., Gießerstempel: W. Füssel Berlin

Ausstellung William Wauer (1866-1962) – Galerie Brockstedt | Zeitgenössische Kunst in Berlin | Contemporary Art | Ausstellungen Berlin Galerien | ART at Berlin

 

 

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