post-title Juliette Mahieux Bartoli + Athar Jaber | NONSEQUITUR | Kristin Hjellegjerde Berlin | 13.03.-20.04.2019

Juliette Mahieux Bartoli + Athar Jaber | NONSEQUITUR | Kristin Hjellegjerde Berlin | 13.03.-20.04.2019

Juliette Mahieux Bartoli + Athar Jaber | NONSEQUITUR | Kristin Hjellegjerde Berlin | 13.03.-20.04.2019

Juliette Mahieux Bartoli + Athar Jaber | NONSEQUITUR | Kristin Hjellegjerde Berlin | 13.03.-20.04.2019

bis 20.04. | #2387ARTatBerlin | Kristin Hjellegjerde Berlin zeigt ab 13. März 2019 die Ausstellung NONSEQUITUR mit den Künstler*innen Juliette Mahieux Bartoli (Malerei) und Athar Jaber (Skulptur). Zusätzlich wird die Künstlerin Louise Thomas im Discovery Room ausgestellt.

Fragmentierte, verdrehte und isolierte Körperteile sind es, welche die Werke der zwei Künstler*innen Juliette Mahieux Bartoli und Athar Jaber in ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung in der Kristin Hjellegjerde Gallery Berlin verbinden. Der Ausstellungstitel „NONSEQUITUR“, ein lateinischer Begriff, der die Unterbrechung einer logischen Folge bezeichnet, bietet einen Ansatz um die Kunstwerke sowohl gemeinsam, als auch gegenübergestellt zu betrachten. So werden unsere Wahrnehmung und unser Umgang mit Kunst hinterfragt und gleichzeitig neue Sichtweisen geboten.

Juliette Mahieux Bartolis kraftvolle, abstrakte Gemälde de-strukturieren den menschlichen Körper, um aus ihm heraus neuen Raum und neue Formen zu schaffen.
Aus der Verbindung klassischer Motive mit Fragen zu multikultureller Identität und Zugehörigkeit schöpft die Künstlerin eine einzigartige Bildsprache. Eindrücke von ockerfarbenen Gebäuden, rosa Himmeln, Pflastersteinen und Marmor finden sich in ihrer römischen Farbpalette wieder und die fragmentierten Körper erinnern an die Verschmelzung der neuen und alten Architektur der Stadt.
„Wenn visuelle Komposition als Sprache verstanden wird, können Bilder soweit auseinandergebrochen werden, dass ihre Bedeutungen in einer konzentrierten Form festgehalten werden – beispielsweise als Hand oder als Kopf“, erklärt die Künstlerin. „Die Fragmente können wie Worte in unendlichen Variationen zu lesbaren Inhalten zusammengesetzt werden, die zugleich mit den Assoziationen der Betrachter*innen und der homonymen Natur der Fragmente spielen.“
Auf diese Weise lädt Mahieux Bartoli die Betrachter*innen dazu ein, sich mit den verschiedenen Lesarten jedes Bildes auseinanderzusetzen. Dabei werden drei Ebenen sichtbar: eine wörtliche, eine rhythmische (in der die abstrakten Elemente je nach lyrischem Impuls kombiniert werden können) und schließlich eine analytische (in der die Betrachter*innen hinterfragen, wie sie diese Entscheidungen trifft und wie sich so die Bedeutungen verändern).

ART-at-Berlin---Courtesy-of-Kristin-Hjellegjerde---Juliette-Mahieux-Bartoli-2019
Juliette Mahieux Bartoli, Rime intérieure, Öl auf Leinwand, 30.4 x 40.6 cm (12 x 16 in), 2019

In seinen Skulpturen beschäftigt auch Jaber sich mit dem Motiv des menschlichen Körpers. Fasziniert von der alten Tradition, Abbilder von Körperteilen zu schenken (oft in Form von Skulpturen oder Bildern), um die Götter um Heilung zu bitten oder Dankbarkeit auszudrücken, erforscht Jaber Gewaltdynamiken in unseren Verhältnissen zu Autoritäten – wie zum Beispiel zu Göttern oder Regierungsorganen. Aus weißem Marmor bildet Jaber einzelne Körperteile, unheimlich und befremdlich. Auf diese Art stellt der Künstler unser Verständnis des menschlichen Körpers in Frage.
Zusammen mit den Körperteilen schuf Jaber vier Reliefs, auf denen jeweils ein Kinderkopf mit „ausradiertem“ Gesicht zu sehen ist. Mit diesen Bildern spielt der Künstler unter anderem auf die Zensur von Kindergesichtern in den Massenmedien an und lädt die Betrachter*innen dazu ein, über die gegenwärtige Verwendung antiker Methoden und über neue Formen von Gewalt zu reflektieren.
Jaber stellt ebenfalls ein marmornes Triptychon aus, das verschiedene Handabdrücke zeigt. Einerseits erforscht der Künstler die Verwandlung vom Naturstein zu Kunstwerken und verehrten Reliquien. Die Technik der Gravur verweist andererseits auf die Schnitzereien früher Zivilisationen und auf ihren universellen Wunsch danach, eine Art Spur ihrer Existenz, ein Erbe, zu hinterlassen. Mit einem weiteren Werk lädt Jaber die Besucher*innen dazu ein, genau diesem Wunsch nachzugehen; ein römisches Mosaik mit den Worten „Neid, ich trete auf dich“ inspirierte Jaber für eine Gravierung auf Schiefer, die auf dem Boden der Galerie ausgestellt wird. Durch ihre Schritte werden die Besucher*innen die Form der Tafel verändern und somit selbst zu Künstler*innen.

ART-at-Berlin---Courtesy-of-Kristin-Hjellegjerde - Athar Jaber
Athar Jaber, Mouth and Ear – Ex Voto – Opus 12 nr.2, Carrara Marble (Statuario), 24 x 15 x 7 cm, 2018

Obgleich die parallel im Discovery Room präsentierten Werke von Louise Thomas keine Personen abbilden, so sind sie doch ein spielerischer Verweis auf die Bewegung des menschlichen Körpers im Raum.
Einzelne Bildkomponenten wie Landschaft, Pflanzen oder Architekturelemente mögen beim längeren Ansehen den Eindruck hinterlassen, verschiedenen Erdteilen verbunden zu sein und in jener Zusammenstellung nicht in der Realität zu existieren. Das ist damit begründet, dass Thomas Fragmente ihrer Erinnerung an verschiedene Orte in neuen Assemblagen zusammenführt.
Sie lässt unterschiedliche Ebenen von Raum und Zeitlichkeit zu neuen Einheiten verschmelzen. Betrachtende können die Orte der Bilder und damit die Erinnerung der Künstlerin erkunden und sind dabei frei zu entscheiden, wo einzelne Fragmente ihren Ursprung tragen.

Vernissage: Mittwoch, 13. März 2019, 18:30 bis 21:00 Uhr

Ausstellungsdaten: Mittwoch. 13. März – Samstag, 20. April 2019

Zur Kristin Hjellegjerde Gallery

 

Bildunterschrift: Athar Jaber, Mouth and Ear – Ex Voto – Opus 12 nr.2, Carrara Marble (Statuario), 24 x 15 x 7 cm, 2017

Ausstellung NONSEQUITUR – Galerie Kristin Hjellegjerde | Zeitgenössische Kunst in Berlin | Contemporary Art | Ausstellungen Berlin Galerien | ART at Berlin

 

 

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