post-title Don’t you know Jake? | Gruppenausstellung | Verena Kerfin Gallery | 05.06.–10.07.2026

Don’t you know Jake? | Gruppenausstellung | Verena Kerfin Gallery | 05.06.–10.07.2026

Don’t you know Jake? | Gruppenausstellung | Verena Kerfin Gallery | 05.06.–10.07.2026

Don’t you know Jake? | Gruppenausstellung | Verena Kerfin Gallery | 05.06.–10.07.2026

bis 10.07. | #5082ARTatBerlin | Verena Kerfin Gallery zeigt ab Freitag, 5. Juni 2026 die Ausstellung Don’t you know Jake? mit Werken von Francisco de Goya, Ondrej Drescher und Yusuke Furusawa.

Die Ausstellung „Don’t You Know Jake?“ bringt zeitgenössische Bilder des Krieges in einen Dialog mit historischen Radierungen von Francisco de Goya. Gezeigt werden fotografische Arbeiten, auf denen Soldaten der IDF mit Kleidung, Spielzeug und persönlichen Gegenständen von Palästinensern posieren, die geflohen oder getötet worden sind. Die Fotografien wurden künstlerisch überarbeitet: nicht als bloße Dokumente, sondern als verstörende Bilder zweiter Ordnung, in denen Gewalt, Aneignung und groteske Inszenierung ineinandergreifen.

Der Titel enthält einen schrägen Verweis auf eine kunsthistorische Geste: die Übermalung und Verunstaltung historischer Goya-Drucke durch spätere Künstler. Doch hier wird diese Geste umgekehrt. Der Eingriff ist keine Übung in ironischer Distanz und kein Kunstmarktspiel mit dem Grauen. Vielmehr verweist er auf die moralische Leere einer Gegenwart, die historische Gewalt ästhetisch konsumiert, während sie sich von der Gewalt der eigenen Zeit abwendet.

Neben den veränderten Fotografien werden drei originale, unveränderte Radierungen Goyas gezeigt. Sie dienen nicht als ehrfürchtig behandelter historischer Hintergrund, sondern als stummer Maßstab. Goyas Bilder der Gewalt waren nie bloße Allegorien des Krieges; sie zeigen Entmenschlichung, Erniedrigung und den Zusammenbruch jeder zivilen Ordnung. Don’t You Know Jake? führt diese visuelle Tradition zurück in die Gegenwart und fragt, was es bedeutet, sich mit den Schrecken der Geschichte auseinanderzusetzen, während man sich weigert, die Schrecken zu sehen, die sich heute entfalten.

In der Ausstellung ist außerdem Yusuke Furusawa vertreten, der in einem Videointerview von seinen seit Mitte Oktober 2023 andauernden stillen Protesten für Gaza berichtet. Furusawa arbeitet als Zimmermann und Schauspieler; seine Präsenz entsteht nicht aus einer künstlerischen Pose, sondern aus einer täglich wiederholten Handlung im öffentlichen Raum. Er steht allein mit seinem Schild, nach der Arbeit, oft ohne erkennbare Unterstützung, ausgelacht, angefeindet oder ignoriert. Gerade darin liegt die Schärfe dieser Position: Furusawa macht nicht das Leid anderer zum Material einer ästhetischen Verwertung, sondern setzt sich selbst einer sozialen und körperlichen Zumutung aus. In diesem Sinn leistet er mehr und handelt opferbereiter als jene Künstler, die sich von der Wirklichkeit abwenden, sobald eine klare Haltung ihre Sichtbarkeit, Verkäuflichkeit oder institutionelle Anschlussfähigkeit gefährden könnte, und die ihr Gewissen allenfalls gelegentlich über soziale Medien entlasten. Furusawas Geste ist einfach, aber sie zeigt deutlich das Anliegen der Ausstellung: Das bloße Wissen um Gewalt ist noch keine Haltung, solange daraus keine Handlung folgt.

Vernissage: Freitag, 5. Juni 2026, 17:00–21:00 Uhr

Ausstellungsdaten: Freitag, 5. Juni bis Freitag, 10. Juli 2026

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Bildunterschrift Titelbild: Ausstellungsansicht, courtesy of Verena Kerfin Gallery

Ausstellung Don’t you know Jake? – Verena Kerfin Gallery | Zeitgenössische Kunst in Berlin | Contemporary Art | Ausstellungen Berlin Galerien | ART at Berlin

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