post-title André Hemer | Birch Maple Oak Post Rococo | Kristin Hjellegjerde Gallery Berlin | 07.07.-15.08.2023

André Hemer | Birch Maple Oak Post Rococo | Kristin Hjellegjerde Gallery Berlin | 07.07.-15.08.2023

André Hemer | Birch Maple Oak Post Rococo | Kristin Hjellegjerde Gallery Berlin | 07.07.-15.08.2023

André Hemer | Birch Maple Oak Post Rococo | Kristin Hjellegjerde Gallery Berlin | 07.07.-15.08.2023

bis 15.08. | #3957ARTatBerlin | Kristin Hjellegjerde Gallery Berlin präsentiert ab 07. Juli 2023 (Vernissage: 06.07.) die Ausstellung “Birch Maple Oak Post Rococo” mit Werken des Künstlers André Hemer.

Dicke Impasto-Farbwirbel und wogende florale Formen rahmen den Blick auf einen violetten und rosafarbenen Himmel, Portale zu einer anderen Welt. „Birch Maple Oak Post Rococo“, André Hemers Einzelausstellung in der Kristin Hjellegjerde Galerie, Berlin, präsentiert eine fesselnde neue Serie von Mixed-Media- und Videoarbeiten, die der Frage nachgehen, wie man eine Landschaft des zeitgenössischen Moments gestalten kann. In Anlehnung an die Kunstgeschichte filtert Hemer die dekadente und illusorische Ästhetik des Rokoko durch eine moderne Sensibilität, um sich verändernde, vielschichtige Bilder zu schaffen, die ebenso beunruhigend wie verführerisch sind.

Der in Neuseeland geborene Künstler verwendet Scanner und digitale Fotografie, um dreidimensionale Objekte (entweder gefunden oder gemalt) „en plein air“ zu fotografieren und die Veränderungen des Lichts und der atmosphärischen Bedingungen des jeweiligen Tages festzuhalten. Für diese Serie hat Hemer auch digitale Tools eingesetzt, um die Bilder zu erweitern, Blumen zu züchten und einige Aufnahmen des Himmels durch generierte Luftaufnahmen zu ersetzen, um die Vorstellungen von Orten oder allgemeiner von der Realität zu verkomplizieren. Hemer strebt keinen Realismus an: Er beschreibt seine Werke eher als „Verschmelzungen“ und weniger als „Darstellungen“ in dem Sinne, dass jede Komposition mehrere Schichten, Prozesse, Medien und kunstgeschichtliche Referenzen enthält. Der Einfluss des Rokoko zeigt sich im üppigen Farbauftrag und der reichhaltigen, schillernden Palette, die an Seiden- und Samtstoffe und kunstvolle Deckenfresken erinnert, aber das Bild, das wir erwarten, setzt sich nie ganz vor dem Auge fest. Stattdessen sehen wir einen Strudel von Gesten, die in einem nicht enden wollenden Prozess der Übertragung zwischen Formen gefangen zu sein scheinen. Der Effekt ist besonders schwindelerregend in den Tondo-Gemälden, wo die skulpturalen gemalten und zweidimensionalen digitalen Formen den Blick auf die Oberfläche lenken und eine Aussparung des sphärischen Himmels einrahmen, während sie ihn gleichzeitig zu verschlingen drohen.

Für Hemer steht der Akt der Destabilisierung seiner Kompositionen im Zusammenhang mit der Art und Weise, wie wir Bilder konsumieren. Er stellt fest, dass die ständige Bombardierung mit visuellem Material ein komplexes und oft falsches Verständnis sowohl der Geschichte als auch der Orte, die uns umgeben, schafft. Neben den Gemälden in der Ausstellung zeigt er auch Videoarbeiten, die die Verschmelzung von organischen und anorganischen Materialien weiter darstellen. Hier drehen sich Farbkugeln im Himmel zu einem Soundtrack aus Vogelgezwitscher und vorbeifahrenden Autos, der vom Künstler vor Ort aufgenommen wurde. Einmal mehr wird unser Konzept von Zeit und Ort durcheinander gebracht und zwingt uns, uns weniger auf das zu konzentrieren, was wir sehen, sondern mehr auf die körperliche Erfahrung. Wie beeinflussen die Komposition, die Texturen und die Tiefen unsere Perspektive und körperliche Orientierung?

Sogar der Titel der Ausstellung ist ein Mashup: Birke, Ahorn und Eiche sind die Baumarten, gegen die Hemer laut seiner Heuschnupfen-App am allergischsten ist, während „Post-Rokoko“ spielerisch auf die Idee einer weiterentwickelten Geschichte anspielt. Die Ironie liegt natürlich darin, dass Hemer bei dem Versuch, eine Landschaft für die heutige Zeit, eine Art Nicht-Ort oder Überall, einzufangen, auf traditionelle Techniken sowie auf spezifische zeitliche Bedingungen zurückgreift. Die warmen goldenen, roten und pfirsichfarbenen Töne dieser jüngsten Serie sind das Ergebnis einer besonderen Lichtqualität und Umgebung. Nichtsdestotrotz schaffen es die entstandenen Arbeiten in ihrer sich verändernden, schimmernden Hybridität, sich der Falle – oder ist es Täuschung? – der Repräsentation zu entgehen. Sie sind Porträts, wenn nicht vom gegenwärtigen Moment, so doch für ihn.

Vernissage: Donnerstag, 06. Juli 2023, 18:30 – 20:30 Uhr

Ausstellungsdaten: Freitag, 07. Juli bis Dienstag, 15. August 2023

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Bildunterschrift Titelbild: André Hemer, Detail von „Birch Maple Oak Post Rococo“

Ausstellung André Hemer – Kristin Hjellegjerde Berlin | Zeitgenössische Kunst in Berlin | Contemporary Art | Ausstellungen Berlin Galerien | ART at Berlin

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