post-title Suzanne Stein | US: Slow Code | Verena Kerfin Gallery | 23.02.–17.04.2026

Suzanne Stein | US: Slow Code | Verena Kerfin Gallery | 23.02.–17.04.2026

Suzanne Stein | US: Slow Code | Verena Kerfin Gallery | 23.02.–17.04.2026

Suzanne Stein | US: Slow Code | Verena Kerfin Gallery | 23.02.–17.04.2026

bis 17.04. | #4948ARTatBerlin | Verena Kerfin Gallery zeigt ab Montag, 23. Februar 2026 (Vernissage: 21.02) die Solo-Ausstellung US: Slow Code der Künstlerin Suzanne Stein.

Suzanne Stein ist eine in New York City lebende sozialdokumentarische und Street-Fotografin. Sie beschreibt ihre Arbeit als sozialen Realismus: Sie zeigt das, was sie draußen sieht, so ehrlich wie möglich – damit Fotografie im öffentlichen Raum als kritisches Zeugnis dienen kann. Ihre Bilder entstehen aus Nähe und über lange Zeit hinweg – zuletzt durch Jahre des Fotografierens in Kensington, Philadelphia.

„Ich kam spät und aus Notwendigkeit zur Fotografie. Ich war alleinerziehend und zog einen Sohn im Autismus-Spektrum groß, während ich in einem wohlhabenden Teil Südkaliforniens finanziell kämpfte. Ich habe jahrelang für ihn in einem Schulsystem gekämpft, das ihm mit Unverständnis und Gleichgültigkeit begegnete. Diese Erfahrung hat verändert, wie ich die Welt sehe. Sie hat meinen Blick dafür geschärft, wer ignoriert wird, wem die Schuld zugeschoben wird und wer zurückgelassen wird.

Als ich 2015 eine Kamera in die Hand nahm, hatte ich keinen technischen Hintergrund. Ich dachte nicht an Fotografie als Beruf oder an eine Kunstbewegung. Ich reagierte auf das, was ich fühlte. Ich merkte, wie es mich zu Menschen am Rand der Gesellschaft zog – zu Menschen, an denen die meisten vorbeigehen, ohne sie überhaupt wahrzunehmen. Die Kamera wurde zu einem Weg, Wut, Empathie und Dringlichkeit in etwas Sichtbares zu übersetzen. Sie erlaubte mir, Szenen festzuhalten, die moralisch unmöglich zu ignorieren waren.

Diese Werkgruppe konzentriert sich auf Menschen, die bewusstlos sind, zusammengebrochen oder auf andere Weise in Momenten des Ausgesetztseins und der Handlungsunfähigkeit festgehalten – Momente, die von tiefen, seit Langem bestehenden Problemen in den USA erzählen. Diese Bilder sind schwer anzusehen. Sie konfrontieren Betrachter mit der Realität von Abhängigkeit, Armut und psychischer Erkrankung in Amerika. In meinem Land wächst der Druck, diese Realitäten zu glätten – sie durch mildere Sprache zu ersetzen oder ganz zu verbergen. Aber Unsichtbarkeit schützt marginalisierte Menschen nicht. Sie lässt sie im Stich. Je mehr wir wegsehen, desto schlimmer werden ihre Lebensumstände.

Ich fotografiere in Vierteln wie Kensington in Philadelphia – Orten, die viele Amerikaner nur aus Schlagzeilen kennen oder aus kurzen, aus dem Kontext gerissenen Clips. Was mich interessiert, ist nicht das Spektakel, sondern Präsenz: der Alltag, der sich in Umgebungen entfaltet, die die meisten Menschen nie betreten. Mich treibt der Glaube an, dass Aufmerksamkeit eine Form von Verantwortung ist. Genau hinzusehen heißt anzuerkennen, dass diese Leben zählen – auch wenn es unangenehm ist, sie zu bezeugen.

Meine Arbeit wird von demselben Instinkt getragen, der mich dazu gebracht hat, für meinen Sohn zu kämpfen – einer Weigerung, Gleichgültigkeit als normal hinzunehmen. Fotografie ist für mich ein Akt des Beharrens. Sie sagt: Das geschieht. Diese Menschen existieren. Und wir haben nicht das Recht, so zu tun, als wäre es anders.“

Vernissage: Samstag, 21. Februar 2026, 17:00–21:00 Uhr

Ausstellungsdaten: Montag, 23. Februar bis Freitag, 17. April 2026

Zur Galerie

 

 

Bildunterschrift Titelbild: Billions, 60 × 45 cm, Fineartprint auf Canson Photo Lustre Premium, 310 g/m², Aufnahme 2020, Druck 2026

Ausstellung Suzanne Stein – Verena Kerfin Gallery | Zeitgenössische Kunst in Berlin | Contemporary Art | Ausstellungen Berlin Galerien | ART at Berlin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Meisterwerke in Berlin

Viele beeindruckende Meisterwerke der Kunst aller Epochen können Sie in den Berliner Museen besuchen. Aber wo genau findet man Werke von Albrecht Dürer, Claude Monet, Vincent van Gogh, Sandro Botticelli, Peter Paul Rubens oder die weltberühmte Nofretete? Wir stellen Ihnen die beeindruckendsten Meisterwerke der Kunst in Berlin vor. Und leiten Sie mit nur einem Klick zu dem entsprechenden Museum. Damit Sie Ihr Lieblingsmeisterwerk dort ganz persönlich live erleben und in Augenschein nehmen können.

Lädt…
 
Send this to a friend