post-title Gruppenausstellung | Gestalt + Becoming | FeldbuschWiesner | 05.11.-17.12.2016

Gruppenausstellung | Gestalt + Becoming | FeldbuschWiesner | 05.11.-17.12.2016

Gruppenausstellung | Gestalt + Becoming | FeldbuschWiesner | 05.11.-17.12.2016

Gruppenausstellung | Gestalt + Becoming | FeldbuschWiesner | 05.11.-17.12.2016

bis 17.12. | #0923ARTatBerlin | Galerie FeldbuschWiesner zeigt seit dem 05. November die Ausstellung „Gestalt & Becoming“ mit Arbeiten von sechs verschiedenen Künstlern.

Die Künstler der Ausstellung „Gestalt & Becoming“ nehmen vorformulierte Legitimationen wie Ideen, Referenzen und Utopien wahr, blenden diese aber für die eigene generative Arbeit einer freien Gestalt-Werdung bewusst aus. Entsprechend schöpfen und schaffen die Künstler freie Kreationen humanoider Formen, die zwar von darstellenden Formen oder Figurationen beeinflusst sind, aber für die Wahrnehmung abstrakt bleiben.

Gleich ob materielle Farbe auf Leinwand, performative Objekthandhabung im Raum oder in der Störung und Verfremdung logischer Parameter und Muster insistieren die Künstler auf den Prozess der Gestalt-Werdung, setzen Figur und Farbe in einen gegenseitigen Diskurs zu ihrer jeweiligen Erscheinung (im Bild).

Dabei bleiben die Figuren vergleichsweise randlos und manifestieren sich als morphende Gestalten, denn es dienen inter-generative Parameter als Basismaterial, um einzelne Formen zu kreieren und in Kontinuitäten zu übersetzen. Die Künstlerbeiträge visualisieren in sich die Wesenswelt der Totalität dessen, was Gestalt überhaupt erst zur Erscheinung bringt und letztlich seine Selbst-Berechtigung im Bild und im Auge des Betrachters zelebriert.

CORNELIA BALTES
Die Malereien von Cornelia Baltes (*1978 in Mönchengladbach; lebt und arbeitet in London und Berlin) betreten selbstbewusst den Raum, lösen sich von der Wand, schweben an Drahtseilen im Raum, oder aber es wachsen ihnen hölzerne Beine, um ihrem Betrachter aktionistisch entgegenzutreten. Baltes verwischt in ihren Bildinszenierungen die medialen Grenzen zwischen Malerei, Skulptur und Installation, aber auch motivisch changiert ihre Bilderwelt zwischen Figuration und Abstraktion. Wenn ihre auf klare Konturlinien und homogene Farbflächen reduzierte Malerei eine logo- und symbolhafte Grafik zitiert und mit rudimentär angedeuteten Alltagsgegenständen, Tieren und Figuren in einen Dialog bringt, gewinnen die Bilder en passant ihren ikonischen Charakter und verketten sich zu humorvoll leichten Essays.

Cornelia Baltes studierte an der Bergischen Universität Wuppertal, der Folkwang Universität Essen und der Slade School of Fine Art, London. Die Künstlerin erhielt verschiedene Förderungen wie das Arbeitsstipendium vom Kunstfonds Bonn e.V. (2016), das Marianne Defet Malerei Stipendium (2014), die Public Art Commission, VitalArts, London (2014) sowie der Hartmut und Lore Schuler-Stiftung, Wuppertal (2009-2011). Die Künstlerin präsentierte ihre Arbeiten in Einzelausstellungen bei Limoncello, London (seit 2013), im Kunstverein Ulm (2015), der Northern Gallery for Contemporary Art, Sunderland, UK (2015) und im Raum DREI, Cologne (2013). Baltes wurde in Gruppenausstellungen eingeladen wie im Kunstverein Amrun/D (2016), in der Kunsthalle Nürnberg/D (2014), in der Aspex Gallery, London/GB (2013), im Museum Folkwang, Essen/D (2013) oder im Museum Kunst Palast Düsseldorf/D (2008).

 

ZANDER BLOM

Die Für Blom ist das Malen ein persönlicher Prozess, weshalb seine Studiofotografien und Bodenarbeiten gleichwertig zu seiner Malerei auf Leinwand stehen. Mit pastoser Ölfarbe kreiert Blom abstrakte Formen, die wie freigestellte Inseln separiert voneinander auf der rohen Leinwand stehen verbunden alleine durch das ausdiffundierende und schattenbildende Bindemittel Öl. Reminiszenzen an die abstrakte Moderne sind zu ahnen, doch lehnt Blom das Agieren nach vorformulierten Ideen ab und vergleicht dieses mit “(…) Polizisten: Die Gesellschaft braucht sie, aber sie sind total berechnend, immer einen Schritt hinterher und absolut humorlos.“ Blom interessiert sich vielmehr dafür, aus dem Prozess heraus eine Genese zwischen der konkreten Materialität der Farbe mit einer unkonkreten Formenwelt zu schaffen. Vermeintlich Figuratives löst sich in dichte marmorierte Strukturen und unregelmässig gezackte Flächen auf, während zugleich die refrenzlosen Kompositionen in der Wahrnehmung des Betrachters zu organischen Gestalten verschmelzen. Archaische Assoziationen werden wachgerufen, haptische Physis verbindet sich mit rationaler Metaphysis

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Zander Blom (*1982 in Pretoria; lebt und arbeitet in Cape Town/ZA) studierte Graphikdesign und arbeitet seit 2002 als freischaffender Künstler. 2014 gewann er den dritten Jean-François Prat Prize for contemporary art in Paris. Seine Arbeiten wurden bereits international in Einzelausstellungen präsentiert darunter Galerie Hans Mayer, Düsseldorf/D (2015), Stevenson Gallery, Cape Town and Johannesburg/ZA (2014, 2013), Trois Gallery-Savannah College, Atlanta/USA (2012), Galerie van der Mieden, Antwerp/B (2011) sowie mehreren Gruppenausstellungen im Institute of Contemporary Art Indian Ocean in Port Louis/MUS (2015),  The New Church Museum, Cape Town/ZA (2015), im ZKM Center for Art and Media, Karlsruhe/D (2011), Daimler Contemporary, Berlin/D (2010) und anlässlich der Residency Exhibition im Red Bull House of Art, São Paulo/BRAS (2009).

TERRY HAGGERTY

Das Vexierspiel zwischen der Zwei- und Dreidimensionalität bestimmt den Bilderkosmos des Malers Terry Haggerty (*1970 in London; lebt und arbeitet in Berlin), wenn er seine schmalen monochrom gehaltenen Linienbänder endlos mäandernd über die Flächen strömen lässt und die Reihen phasenweise aus der Geraden springend eine vermeintliche Perspektivverkürzung im Bild andeuten. Die Oberfläche der oft monumental grossen Bilder und shaped pannels wirkt aufgrund des mehrschichtig aufgetragenen Firnis homogen verschlossen und hält den Betrachter auf Distanz. Entsprechend begegnen ihm die un(be)greifbaren Linienströme als räumlich und zeitlich autarke Projektionen und animieren ihn dazu, dem Rätsel zwischen Bild und Raum, Realität und Illusion auf die Spur kommen zu wollen.

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Terry Haggerty studierte an der Cheltenham School of Art in Gloucestershire und erhielt mehrere Preise wie von CCA Andratx, Mallorca (2011), den For-Site Foun­da­tion Award (2009), John Anson Kit­tredge Award (2003) u.a.. Haggertys Arbeiten wurden international ausgestellt wie bspw.e in Soloshows bei von Bartha, Basel/CH (seit 2011), im Norton Museum of Art, Florida (2014), in der Sammlung Philara, Düsseldorf (2014), dem Fort Worth Modern Museum (2013), CCNOA, Brüssel (2009) oder im Hammer Museum, Los Angeles (2007) wie auch in internationalen Gruppenausstellungen im Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt und dem Kunstraum Bürkle, Freiburg (2014-2015), im Pori Art Museum, Norwegen (2014), im Dallas Museum of Art (2010), dem MMK Wien (2010) oder der Sammlung Haubrok, Berlin (2009).

KLAUS-MARTIN TREDER

Die Leinwand-Serien von Klaus-Martin Treder (*1961 in Biberach; lebt und arbeitet in Berlin) warten mit einer monochromen, satten Allover-Farbschüttung auf, die mitunter einer Kraterlandschaft gleicht. Darüber verteilen sich Tropfen und Spritzer, Ton in Ton oder koloristisch angehäuft zuzüglich separiert produzierter und mit Schattenwurf sich absetzender Farbapplikationen kombiniert mit unvermuteten Gegenständen wie Kosmetika, Kunstnägel, Plastikverschlüssen, Lakritze und andere Haribo-Süßigkeiten. Der verrutschte Nagellack zieht seine Spur durch die Farbfläche und wird indirekt zum Malwerkzeug. Als collagierte Geste ereignet sich hier die Malerei zweifach abstrahiert im Bild und bildet anhand von Applikationen und Attrappen eine Metaebene. Malerei wird zur Handlung, die ihre kalkulierten Spuren offenlegt. Der Selbstausdruck der Malerei prallt auf das Objektivierte des allgemein Verfügbaren, des Ready-mades.

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Klaus-Martin Treder studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und erhielt verschiedene Stipendien wie das DAAD Jahresstipendium für Graduierte, Warschau (1998-99), das Stipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg (2001) oder das Austauschstipendum der Budapest Galería (2002). Treder präsentierte Einzelausstellungen in der Galerie Jette Rudolph, Berlin (seit 2007) und der Galerie Reinhard Hauff, Stuttgart (seit 2012) sowie in der Stadtgalerie Saarbrücken (2013), im Kunstverein ScwäbischHall (2011), im Kunstverein Friedrichshafen und der Städtischen Galerie Waldkraiburg (beide 2010) oder Villa Merkel in Esslingen (2005) sowie er war beteiligt an Gruppenausstellungen wie im Martin Gropiusbau (2015), im Georg Kolbe Museum (2013), im Kunsthaus Nürnberg (2013), in der Kunsthalle Erfurt (2012), Kunsthalle Würth, Künzelsau (2006), Raum für aktuelle Kunst, Luzern (2003) u.a.

ESTHER STOCKER

Esther Stocker (*1974 in Schlanders/I; lebt und arbeitet in Wien) hat die geometrischen Formen von Linie, Rechteck, Quadrat sowie das Gegensatzpaar der Nichtfarben Schwarz und Weiss zu ihrem werkprägenden Kanon mit „anti-hierarchischem System“ (E.Stocker) erhoben. Dabei fordert und erprobt die Künstlerin stets die Grenzen und die Lernfähigkeit der menschlichen Kognition, indem die scheinbar logischen Parameter in ihrer Projektion auf Fläche, Körper oder Raum in oft minimalen Differenzen gegeneinander verschoben werden, sich partiell überlagern, überdehnen oder verkürzen und zersplittern. Zwischen diesen Leerstellen, Fehlern und Störungen generiert das Betrachterauge plötzlich neue Linien und Muster und transferiert sich in ein die Grenzen des Werks überschreitendes „Rauschen“ (Johann Holten).

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Esther Stocker studierte an der Akademie der Bildenden Künste, Wien/A, an der Accademia di Belle Arti di Brera, Mailand/I sowie am Art Center College of Design in Pasadena/U.S.A.. Stocker erhielt verschiedene Preise und realisierte zahlreiche Projekte im öffentlichen Raum. Als ihre wichtigsten Einzelausstellungen sind zu nennnen: Galerie Krobath, Wien/A (seit 2001), Kunstverein Ludwigsburg/D (2015), Kunstverein Ulm/D (2015), Kunstraum Dornbirn/A (2015), Museum Ritter, Waldenbuch/D (2015), Museo d´Arte Contemporanea, Rom/I (2011), mumok, Wien/I (2008) sowie in massgeblichen Gruppenausstellung wie in der Kunsthalle Krems/A (2015), dem Ludwig Forum Aachen/D (2015), dem Forum Stadtpark, Graz/A (2014), Kunstverein Friedrichshafen/D (2013), Georg Kolbe Museum, Berlin/D (2013), dem ISCP, New York/U.S.A. (2012), dem MUAC, Mexico City (2012), im Belvedere, 21er Haus, Wien/A (2012), Kunstmuseum Stuttgart/D (2012), dem Z33, Hasselt/BE (2012), der 54. Kunstbiennale Venedig/I (2011) u.a.

MARLEN LETETZKI

Marlen Letetzki (*1990 in Weimar; lebt und arbeitet in Berlin) fordert mit ihrer sphärisch abstrahierten Schichtenmalerei, die in zarten wie leisen Grau-, Blau und Pastelltönen gehalten ist, die Verunsicherung unserer vermeintlichen Gewissheiten heraus und animiert zu neuen Ebenen der Wahrnehmung. Scheinbar Objekthaftes hebt sich hart konturiert vom Hintergrund ab, aber generiert sich aus denselben beinahe monochromen Vermalungen einer homogenen Oberfläche, auf der die Künstlerin keinen lesbaren Duktus spüren lässt. Gekonnt spielt Letetzki mit den Gegensätzen zwischen Kontur und Fläche, Konkretem und Sphärischem, denn jede Formgebung impliziert eine ständige Verschiebung und De-Situierung. Derart fordern die oft klein- bis mittelformatigen Tableaus von ihrem Betrachter eine hybride Perzeption ein, indem sie auf die Brüchigkeit und Eingeschränktheit unserer Sehgewohnheiten verweisen – und abgekoppelt von unseren subjektiv-bewussten Vorstellungen begegnen Letetzkis realite Malereien in ihrer Bedingtheit plötzlich gleichsam vor-existent.

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Marlen Letetzki studierte an der UdK, Berlin und am Chelsea College of Art and Design, London sowie parallel Philosophie an der Humboldt-Universität, Berlin. 2016 erhielt sie den Meisterschülerpreis des Präsidenten der UdK. Marlen Letetzki war bisher an Ausstellungen in der Galerie Christine König, Wien (2016), der UdK, Berlin (2016), bei Arndt, Berlin (2016), in Ubercity, Modena (2014) und dem camberwell space, London (2011) beteiligt und bestritt eine Einzelausstellung in der Maxstrasse1, Berlin (2015).

Vernissage: Freitag, 04. November 2016

Ausstellungsdaten: Samstag, 05. November 2016 bis Samstag, 17. Dezember 2016

Zu FeldbuschWiesnerRudolph

 

Bildunterschrift: Terry Haggerty, Esther Stocker, Marlen Letetzki, “Gestalt & Becoming“, Installationview

Gruppenausstellung – FeldbuschWiesner – Kunst in Berlin ART at Berlin 

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