post-title Vivian Greven |  a  m  o  r  e | Aurel Scheibler | 29.09.-10.11.2018

Vivian Greven |  a  m  o  r  e | Aurel Scheibler | 29.09.-10.11.2018

Vivian Greven |  a  m  o  r  e | Aurel Scheibler | 29.09.-10.11.2018

Vivian Greven |  a  m  o  r  e | Aurel Scheibler | 29.09.-10.11.2018

bis 10.11. | #2155ARTatBerlin | Aurel Scheibler präsentiert ab 29. September 2018 die Ausstellung a  m  o  r  e mit Werken der Künstlerin Vivian Greven.

Für Vivian Greven ist die Erzählung von Armor und Psyche Ausgangspunkt ihrer neuen Werke. Es ist die antike Darstellung einer Einheit, die zerstört wird von dem Wunsch Psyches, die wahre Gestalt ihres Geliebten zu erkennen: Ihr Geist verlangt die Natur Amors zu sehen, denn was wir sehen, lässt sich leichter begreifen. Erkenntnis und Verbildlichung sind zentrale Themen in der Kunst Vivian Grevens. Als Künstlerin einer Generation, die mit dem Internet aufgewachsen ist, überträgt sie die Mechanismen medialer Bildproduktion auf die Konstruktion ihrer Bildwerke. Die digitale Verbreitung idealisierter Bilder durchdringt mittlerweile alle Lebensbereiche. Kennzeichnend ist deren glatte Oberfläche, die in der Regel nur sich selbst präsentiert und unter der nichts vorhanden ist. Makellosigkeit und Glätte sind Attribute, die Erfolg versprechen, und das Streben danach erklärt den allgegenwärtigen Drang zur Selbstoptimierung und das Übermaß an Design. Vivian Greven malt solche Oberflächen.

ART at Berlin – Courtesy of Aurel Scheibler – Vivian Greven
Vivian Greven, Unda, 2018,
Oil and acrylic on canvas, 60 x 60 cm

Fein ausgearbeitetes Inkarnat trifft hier auf monochrome Farben, Volumen auf körperlose Fläche. Das Hybride ist symptomatisch für unsere Epoche. Und ebenso bezeichnend ist für sie eine mediale Bilderflut, in der ein fokussierter Blick Bildfragmente aus einem Kontext herauslöst und Bedeutung einfordert. Vivian Greven isoliert solche Elemente aus ihren Bildern und verleiht ihnen Eigenständigkeit. Eine Träne wird bei ihr zu einem Loch, ein Loch zu einem Komma und die Lücke zu einem Bedeutungsträger. Auch auf die Hände Psyches richtet sich ihr Fokus, allerdings ohne dabei den Schmetterling zu zeigen, dessen Flügel Psyche ausrupft, und der ohne seine Flügel zu einem seelenlosen Körper wird. Die Lücke im Bild symbolisiert das kaum Fassbare und schwer zu Begreifende. Indem Vivian Greven die Grenzen von natürlich und künstlich, belebt und unbelebt auslotet, wird ihre Kunst zugleich zu einem Abbild postmoderner Subjektauffassung im digitalen Zeitalter. Die Kunst ahmt nicht länger das Leben nach, sondern das Leben die Künstlichkeit. Die glatte Oberfläche ist eine Fassade und das substantiell Menschliche dahinter kaum wahrnehmbar. Amor besuchte Psyche nur im Schutz der Dunkelheit, um seine göttliche Gestalt vor ihr zu verbergen. Der menschliche Makel bei Psyche war ihr unbändiges Verlangen, die wahre Gestalt ihres Geliebten zu erkennen. Mit dem Schein einer Öllampe wollte sie sein Antlitz sehen, doch ein Tropfen des heissen Öls verletzte ihn dabei, und enttäuscht von ihrem Vertrauensbruch, wandte sich Amor von ihr ab und ließ Psyche in Verzweiflung und tiefer Trauer zurück. Verletzungen zeigen sich in Wunden.

Die gemalte Oberfläche bei Vivian Greven ist nur auf den ersten Blick makellos glatt. Es zeigen sich feine Narben und Risse und in einem Relief sogar messerartige Schnitte. Die Betrachtung einer Oberfläche wirft immer die Frage auf, was unter ihr liegt. Genau diese Frage thematisiert Vivian Greven.

Vivian Greven, 1985 in Bonn geboren, lebt und arbeitet in Düsseldorf. Sie studierte Anglistik und Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf. Dort war sie Meisterschülerin von Prof. Siegfried Anzinger. 2016 erhielt sie den Strabag Artaward. Im August 2018 erhielt das Stipendium der Providence College Galleries in Rhode Island, USA mit der Teilnahme an der Gruppenausstellung Classic Beauty: 21st Century Artists on Ancient Form (bis 17. November 2018). Ihre Werke sind Teil der Ausstellung Ekstase im Kunstmuseum Stuttgart (vom 29. September 2018 bis 24. Februar 2019).

Vernissage: Freitag, 28. September 2018, 18:00 – 21:00 Uhr

Ausstellungsdaten: Samstag, 29. September – Samstag, 10. November 2018 

Zu Aurel Scheibler

 

Bildunterschrift: Vivian Greven, Unda, 2018, Oil and acrylic on canvas, 60 x 60 cm

Ausstellung Vivian Greven – Aurel Scheibler | Zeitgenössische Kunst in Berlin | Contemporary Art | Ausstellungen Berlin Galerien | ART at Berlin

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