post-title Maria Jauregui Ponte + Kathrin Linkersdorff | LUMINESZENZEN | GALERIE SPRINGER BERLIN | 13.07.-14.09.2019

Maria Jauregui Ponte + Kathrin Linkersdorff | LUMINESZENZEN | GALERIE SPRINGER BERLIN | 13.07.-14.09.2019

Maria Jauregui Ponte + Kathrin Linkersdorff | LUMINESZENZEN | GALERIE SPRINGER BERLIN | 13.07.-14.09.2019

Maria Jauregui Ponte + Kathrin Linkersdorff | LUMINESZENZEN | GALERIE SPRINGER BERLIN | 13.07.-14.09.2019

bis 14.09. | #2512ARTatBerlin | GALERIE SPRINGER BERLIN präsentiert ab 13. Juli 2019 die Ausstellung LUMINESZENZEN der Fotografinnen Maria Jauregui Ponte und Kathrin Linkersdorff.

Die Galerie Springer Berlin stellt mit der Ausstellung LUMENISZENZEN zwei Künstlerinnen vor, die von nun an das Programm der Galerie erweitern. Die beiden Fotografinnen ergänzen sich in der Ausstellung auf beeindruckende Weise. Beide arbeiten und experimentieren seit Jahren mit Licht und Schatten, Farbe und Dunkelheit. Die Ergebnisse dieser Prozesse, die in der Ausstellung präsentiert werden, sind im Ansatz sehr unterschiedlich, verbinden sich jedoch auf überraschende Weise zu einer Einheit.

MARIA JAUREGUI PONTE
»In der Werkgruppe Überstrahlungen hat Maria Jauregui Ponte ohne Kamera gearbeitet. Die Künstlerin hat in einer extra dafür gebauten dunklen Box mit farbigen Lichtquellen Fotopapier belichtet. Entstanden sind fotografische Unikate, die auf Farbton, Helligkeit, Sättigung im Zusammenspiel reduziert sind und in ihrer farbigen Abstraktion an die monochromen Farbflächen in der Malerei von Mark Rothko denken lassen«.
(Barbara Esch Marowski)

© Maria Jauregui Ponte –  o.T./ Überstrahlung usk, 2011-2012

»Maria Jauregui Ponte spielt mit Licht – und zwar (fast) blindlings! So entstehen Bilder, in denen aus Farben, Lichtflächen und Lichtlinien geheimnisvolle Welten entstehen. Dabei sind ihre Arbeiten das Ergebnis genau geplanter fotografischer Prozesse.
Während die Serie der Überstrahlungen kameralos im Labor entstehen, umfasst die Werkgruppe mit dem Titel Nachtgestalten Kameraaufnahmen. Angelehnt an die Dunkelheit im Fotolabor, begibt sich Maria Jauregui zum Fotografieren in die Nacht. In der freien Natur werden die Motive ausschließlich mit einer Taschenlampe angestrahlt. In den Aufnahmen dominiert die Dunkelheit, doch es werden Verästelungen sichtbar, man sieht das Grün, Braun oder Gelb der Natur, man erkennt Erdiges, Grasiges, bläuliche oder violette Lichtreflexe. Diese flüchtigen Wesen der Nacht sind kaum zu erfassen: Grashalme erinnern an Glühwürmchen oder tanzende Elfen, Blätter an erstarrte Fledermäuse oder Waldgeister. Die Bilder entwickeln ein geheimnisvolles Eigenleben – im Betrachter selbst.«
(Dr. Katharina Hausel)

ART-at-Berlin---GALERIE SPRINGER BERLIN---Maria Jauregui Ponte - Nachtgestalt 2011-12
© Maria Jauregui Ponte – o.T./ Nachtgestalt NG2230, 2011-2012

Die Ausstellung zeigt außerdem Arbeiten von  Jauregui Ponte aus der in 2019 entstandene Serie Phosphor. In Altgriechisch bedeutet Phosphor „lichttragend“.  Der Lichtträger ist in diesem Falle eine nachleuchtende, phosphoreszierende Folie, die mit Licht aus einer Taschenlampe angestrahlt wurde. »In einem dunklen Raum zeichne ich Lichtbilder auf der Folie mit dem Licht der Lampe, wie mit einem Stift auf Papier. Sobald die Lampe aus ist, strahlen diese Bilder nach und verschwinden allmählich innerhalb weniger Minuten. Die kurze Zeit, in der die Lichtzeichnungen sichtbar sind reicht um die Bilder mit der Kamera fotografisch festzuhalten bevor sie ganz weg sind und die Folie wieder bestrahlt werden kann.« (Maria Jauregui Ponte) Das Ergebnis dieses Experimentes sind faszinierende, amorphe Fabelwesen, die einem Sciencefiction Film der 1980er Jahr  entsprungen zu sein scheinen.

ART-at-Berlin---GALERIE-SPRINGER-BERLIN - Maria Jauregui Ponte - Phosphor 2019
© Maria Jauregui Ponte – o.T./ Phosphor 01, 2019

Maria Jauregui Ponte, 1972 im baskischen Hondarribia geboren, lebt und arbeitet seit 1996 in Berlin. Sie kam als Autodidaktin zur Fotografie, vertiefte ihr Können durch Praktika und Assistenzen und schloss 2013 ihre Ausbildung an der Neuen Schule für Fotografie ab.

ART-at-Berlin---GALERIE-SPRINGER-BERLIN---Maria-Jauregui-Ponte-und-Kathrin-Linkersdorff

KATHRIN LINKERSDORFF
»Die Fotografin Kathrin Linkersdorff ordnet ihre Arbeiten grundsätzlich in offene Reihen. Offen insofern, als die Reihen kontinuierlich eine Weiterbearbeitung erfahren. Sie werden umgestellt, ergänzt, gestrafft und immer wieder erneuert. Der Charakter und Ausdruck der einzelnen Reihen wird dadurch nicht verändert, sondern immer wieder neu bestimmt. Jede Reihe hat in sich eine große Geschlossenheit und kann vermittels dieses Profiles in ganz unterschiedlichen Kontakt mit den anderen Reihen treten, deren Schwerpunkt sich in der Abgrenzung besonders deutlich zeigt. Die  Titel WABI SABI I, II und III bezeichnen verwandtschaftliche Reihen von Fotografien, in denen sich jede einzelne dem Portrait einer Blume widmet. Gemeinsam zeichnet diese Arbeiten aus, dass alle Pflanzen vor der Aufnahme einen sorgfältigen Trocknungsvorgang im Atelier durchlaufen. Lagerung und Dosierung der UV-Einstrahlung geben dem Prozess eine Richtung und hinterlassen Spuren, die im Bild sichtbar werden. Wider Erwarten sind diese Spuren keine Zeichen der Auflösung sondern intensive Farben, filigrane Falten und Kanten, Blütenstaub und Blattadern. Die toten Blumen wirken lebendiger denn je, verstärkt durch einen tiefdunklen schattenfreien Hintergrund. Die WABI SABI Reihen sind Motivfundus und Schlüssel gleichermaßen.

ART-at-Berlin---GALERIE-SPRINGER-BERLIN-Kathrin Linkersdorff - Wabi Sabi 1 3 2014
© Kathrin Linkersdorff – Wabi Sabi I/3, 2014

Der Begriff Wabi Sabi verweist auf ein ästhetisches Empfinden, das in Japan als kulturelle Tradition fest verwurzelt ist. Es ist kein sprachlich gefasstes künstlerisches Konzept, kein Manifest oder Erklärungsmodell und gibt auch als Titel keine Interpretation für die Fotografien wieder. Vielmehr legen die Darstellungen der welken Blumen den Begriff für uns aus. Es lohnt sich, sein Augenmerk gezielt auf das Wechselspiel von Glanz und Dunkelheit zu legen und nach dem Schattenspiel zu suchen, dass sich im wahrsten Sinne des Wortes zwischen Farben und Formen entfaltet. Der Zwischenraum ist realer Bedeutungsträger. Aus tiefer Dunkelheit leuchtet in der Farbigkeit ein Glanz auf, der den schon vergangenen Blumen eine Schönheit verleiht, die sie vielleicht auf der Höhe ihrer Blüte nie besessen haben.

ART-at-Berlin---GALERIE-SPRINGER-BERLIN-Kathrin Linkersdorff - Wabi Sabi 1 5 2014
© Kathrin Linkersdorff – Wabi Sabi I/5, 2014

In der neuesten Reihe, wird das wässrige Element, das in FLORISZENZ eingeführt wurde und die Gruppierung, die die Arbeiten in TRIPTYCHON charakterisieren, zusammengeführt. Die lebendig erscheinenden, toten Blumen geben ihre Farbe ab an das Leben spendende Wasser und weihen sich so dem endgültigen, substanziellen Untergang. Oder ist es vielleicht eine Wiederbelebung? Diese Entscheidung muss der Betrachter treffen und darf sich schon jetzt überraschen lassen, wie die Reise der Pflanzen weitergeht.«
(Daniela Nicklas, Kunsthistorikerin M.A).

ART-at-Berlin---Galerie-Springer-Berlin---Kathrin-Linkersdorff---Wabi-Sabi-2 3 2014
© Kathrin Linkersdorff – Wabi Sabi II/3, 2014

Kathrin Linkersdorff, 1966 in Berlin geboren, lebt und arbeitet in Berlin. Sie schloss 1996 ihr Architekturstudium ab. 1993 – 1995 studierte sie in Tokyo (DAAD Foreign Exchange Scholarship). 2006 – 2007 Fotografiestudium  am Schiffbauerdamm unter R. Lyons.

Vernissage: Freitag, 12. Juli 2019, 19:00 – 21:00 Uhr

Ausstellungsdaten: Samstag, 13. Juli – Samstag, 14. September 2019

Zur GALERIE SPRINGER BERLIN

 

Bildunterschrift Titelbild: Courtey GALERIE SPRINGER BERLIN, Maria Jauregui Ponte + Kathrin Linkersdorff

Ausstellung Maria Jauregui Ponte + Kathrin Linkersdorff – GALERIE SPRINGER BERLIN | Contemporary Art – Zeitgenössische Kunst in Berlin – ART at Berlin

 

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