post-title Jens Lorenzen | Mauerspiel | Einzelausstellung | CAMERA WORK | 02.03.-06.04.2019

Jens Lorenzen | Mauerspiel | Einzelausstellung | CAMERA WORK | 02.03.-06.04.2019

Jens Lorenzen | Mauerspiel | Einzelausstellung | CAMERA WORK | 02.03.-06.04.2019

Jens Lorenzen | Mauerspiel | Einzelausstellung | CAMERA WORK | 02.03.-06.04.2019

bis 06.04. | #2376ARTatBerlin | CAMERA WORK zeigt ab 2. März 2019 die Ausstellung Mauerspiel des Künstlers Jens Lorenzen.

Die Galerie CAMERA WORK freut sich, ab dem 2. März 2019 die Ausstellung »Mauerspiel« des Malers Jens Lorenzen zu präsentieren. Die Einzelausstellung zeigt mit über 40 Arbeiten aus dem Zyklus »Mauer I–IV« das Hauptwerk des Berliner Künstlers, der in seinem Schaffen mit Einflüssen der Pop-Art und Freskenmalerei der italienischen Renaissance den Verlust der Bedeutungshoheit von Zeichen thematisiert.

Nach der erfolgreichen Ausstellung in der CWC GALLERY im Jahr 2015 ist »Mauerspiel« die zweite Werkschau des Künstlers bei CAMERA WORK.

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JENS LORENZEN
Mauer I Element Plus 18
»Wort zum Sonntag«

Das Konzept von »Mauer I–IV«
Was haben die Queen, der Schokoladenriegel »Kit Kat«, die Uhrenmarke »Rolex«, ein Roman von Émile Zola und ein Plakat mit der Aufschrift »Klassenkampf« gemein? Die Aufforderung des Erschließens eines Zusammenhangs drängt sich dem Betrachter des Werkes »Queen« (Mauer I Element Minus 30) von Jens Lorenzen auf, in dem all jene Inhalte visuell verdichtet sind. Dem Künstler erschließt sich hier ein assoziativer Zusammenhang. »Nichts ist so wie es scheint«, sagt Jens Lorenzen und meint damit den Verlust der Eindeutigkeit von Wörtern und Zeichen. Dieses Phänomen verarbeitet der Maler in seinen Werken, indem er Symbole, Markenlogos, Plakate, Werbetafeln oder Zeitungsartikel vereint, die auf den ersten Blick keinen kausalen Zusammenhang zu haben scheinen, deren assoziative Verbindung sich jedoch aus der Hinterfragung des Zeichens ergibt: »Indem ich die Dinge und Zeichen beim Wort nehme, entstehen Absurditäten.« So greift Jens Lorenzen in seinem Bild »Queen« das Logo des Schokoladenriegels »Kit Kat« auf, was ihn zu einem Werbeplakat für den gleichnamigen Berliner Nachtclub führt. Ähnlich taucht das Wort »Muhammad« im Werk »X-Men« (Mauer IV Element Minus 25) einerseits im Zusammenhang mit dem Boxchampion Muhammad Ali auf und andererseits als Titel der Zeitung »Muhammad Speaks«. Diese war die offizielle Zeitung der »Nation of Islam«, einer religiös-politischen Organisation in den USA. Der muslimische Minister und Vertreter dieser Organisation, Malcolm X, hat mit einem großen »X« auf dem Mauerelement eine Referenz, die zugleich eine Verbindung zum Schriftzug des Comics »X-Men« herstellt.

Durch seine vier Mauern, die aus zahlreichen Einzelbildern bestehen, laufen jeweils Themenkomplexe wie ein roter Faden, der nicht nur die einzelnen Bilder, sondern auch die vielen Fragmente in diesen verbindet. Israel zum Beispiel stellt einen solchen Themenkomplex dar, dem eine ganze Serie von Elementen der Mauer III gewidmet ist. Tiefgreifende gesellschaftlich relevante Fragen greift Jens Lorenzen mal komisch, mal kontemplativ, und immer komplex auf. Hunderte von Zusammenhängen verknüpft Jens Lorenzen in seinen präzise kreierten Wandbildern und verwebt sie zwischen den Mauerstücken übergreifend. Jede seiner vier Mauern sieht der Künstler als ein Bild, nur dass dieses nicht fertig wird – er sprengt damit den Raum und versucht ihn auf der Mauer wieder einzufangen.

ART-at-Berlin--Courtesy-of-CAMERA-WORK---Jens-Lorenzen

Jens Lorenzen (v.l.n.r.): Mauer IV Element Minus 25 »X-Men«,
Mauer I Element Minus 30 »Queen«, Mauer I Element Plus 18 »Wort zum Sonntag«

Künstlerische Kontextualisierung
Das Infinite ist es auch, was die Stellung des Schaffenswerkes im kunsthistorischen Kontext ausmacht. Die Mauerzyklen sind potentiell endlos, entwickeln sich durch neue Bezüge stets nach links und rechts weiter und begründen so ein künstlerisches, organisches Konzept, welches sich vom klassischen Bildverständnis abhebt. Dabei geht es Jens Lorenzen nicht um die plakative Aneinanderreihung von populären Zeichen der reinen Warenästhetik zuliebe. Erinnert die rissige Patina an Freskomalerei und Plakatfragmente, unterscheidet sich Jens Lorenzens Konzept signifikant von jener der Pop-Art und Nouveaux Réalistes: Der Künstler adelt das Alltägliche nicht, er setzt es durchdacht in Bezug und transferiert die theoretische Onomasiologie in die Kunst. Das Apple-Logo in »Daily Prophet« (Mauer I, Element Plus 17) wirbt nicht mehr für die Marke Apple, sondern wird selbst zum Kunstwerk und dient durch semantische Assoziationen zur Schaffung einer Ordnung aus der Unordnung von Zeichen und deren Bedeutungen heraus. Die Mauer ist der Versuch, die Gefahr zu ästhetisieren, die aus der technischen Reproduzierbarkeit der Zeichen und deren Verlust der Bedeutungshoheit resultiert.

Der Schaffensprozess
Philosophische Studien, religiöses Forschen, Lesen sowie getätigte Reisen dienen dabei stets als Inspirationsquelle, während derer er als Vorarbeit seiner Arbeiten Plakate, Zeitschriften oder kulturelle Zeichen fotografiert, um sie anschließend in seinem Berliner Atelier auf die Leinwand zu transferieren. Der Prozess des Skizzierens mit Acryl und der anschließenden vielschichtigen Ausgestaltung mit Öl nimmt je Mauerstück bis zu vier Monate in Anspruch. Die Schaffung von Assoziationen zwischen den einzelnen Elementen innerhalb eines Mauerstücks und die inhaltlich verknüpfenden Übergänge zu nachstehenden Stücken erfolgen zumeist während des künstlerischen Prozesses.

Jens Lorenzen
Jens Lorenzen wurde 1961 in Schleswig geboren. Nach dem Abitur und einer Ausbildung zum Tischlergesellen studiert Jens Lorenzen Malerei unter Prof. Hermann Albert an der HBK in Braunschweig. Mit seinem Umzug nach Berlin im Jahr 1991 beginnt Jens Lorenzens künstlerische Karriere. Das Schaffenswerk des Malers ist seit jeher geprägt von kunsthistorischen und biografischen Einflüssen: von Aufenthalten in den USA über die Auseinandersetzung mit der Pop-Art bis hin zur Freskenmalerei der italienischen Renaissance. Der laufende Zyklus »Mauer I–IV« gilt als eines seiner Hauptwerke. Im Rahmen der Fertigstellung des Werkes »Wir sind Papst!« wird ihm im Jahr 2010 die Ehre einer Audienz beim damaligen Papst Benedikt XVI zuteil, dem er die Arbeit überreichen durfte. Die Werke von Jens Lorenzen sind seit über 20 Jahren Bestandteil zahlreicher renommierter Einzel- sowie Gruppenausstellungen und werden auf internationalen Kunstmessen präsentiert, darunter u.a. auf der Art Karlsruhe, Art Miami, Kunst Zürich, der Zona Maco in Mexiko und der Art Central in Hong Kong. Darüber hinaus sind die Werke von Jens Lorenzen in bedeutenden Kunstsammlungen vertreten (u.a. Axel Springer Verlag, Commerzbank, Museumsberg Flensburg, Norddeutsche Landesbank, Volkswagen Bank).

Ausstellungsdaten: Samstag, 2. März – Samstag, 6. April 2019

Zu Camera Work

 

Bildunterschrift: Courtesy of CAMERA WORK, © Jens Lorenzen

Ausstellung Jens Lorenzen – Camera Work | Zeitgenössische Kunst in Berlin | Contemporary Art | Ausstellungen Berlin Galerien | ART at Berlin

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