bis 20.12. | #4870ARTatBerlin | Kristin Hjellegjerde Gallery Berlin zeigt ab Freitag, 21. November 2025 (Vernissage: 20.11.) die Ausstellung „Among Ripples and Folds” der Künstlerin Gabriela Giroletti.
Schimmernde, flirrende Formen, die sich winden, biegen, pressen, halten und ausdehnen. Die jüngste Gemäldeserie der brasilianischen Künstlerin Gabriela Giroletti besteht aus geformten Oberflächen, die an Kristall- und Steinsplitter, irdische Texturen, körperliche Prozesse und elementare Bewegungen erinnern. „Among Ripples and Folds”, ihre vierte Einzelausstellung in der Kristin Hjellegjerde Gallery, umfasst ausschließlich neue Werke, die aus einer Phase des Spielens und Experimentierens hervorgegangen sind.
Für Giroletti war das Schaffen von Kunst schon immer ein Balanceakt zwischen Instinkt und Kontrolle, aber ihr Prozess entwickelt sich weiter. Während sie früher der Interaktion von Farbe und Malerei folgte, beginnt sie nun damit, ihre Oberflächen zu konstruieren – sie schneidet, schleift und klebt Holzstücke, bis sie die gewünschte Form erreicht hat. Diese Form wird zu einem Behälter, auf dem sie schneller und fließender arbeiten kann, sodass Formen organisch entstehen können, bevor sie dunkle Konturen aufträgt, die sowohl als Barrieren als auch als Stützen dienen. Giroletti vergleicht diese Linien mit einer Form des Schreibens: Sie sind Ausdruck dafür, wie die Künstlerin ihr Material in die Hand nimmt und ihre Spuren hinterlässt, während sie gleichzeitig das Auge lenkt und wechselnde Stimmungen, Emotionen und Bewegungen suggeriert.
In zwei kleinen Gemälden dominieren die Linien die Komposition und bilden gitterartige Muster, die Fenster mit wirbelnden Farben und pulsierender Energie freilegen. In anderen Werken sind sie noch expressiver und erinnern an Tunnelsysteme, das Innere eines Körpers oder mechanische Formen. An anderer Stelle wirken sie stotternd und strukturiert wie Rillen in Baumrinde, Wellen auf Wasser, visuelle Störungen – zögerlich oder aufstrebend.
In den letzten Jahren hat sich Girolettis Farbpalette von tiefen, erdigen hin zu helleren, leuchtenden Farbtönen gewandelt, die wir in dieser Ausstellung sehen. Diese Veränderung wurde durch eine Reise zurück nach Brasilien, durch ihre Atelierumgebung und die Jahreszeiten – die meisten dieser Werke entstanden im Sommer – sowie durch eine zunehmende Faszination für die Erforschung des Lichts beeinflusst. Für diese Ausstellung hat sie mit verschiedenen Ausgangspunkten für ihre Gemälde experimentiert: Einige entstanden auf weißen Oberflächen, andere auf schwarzen. Während in der endgültigen Komposition nur subtile visuelle Spuren zurückbleiben, interessiert Giroletti, ob wir das Licht oder die Dunkelheit, aus denen das Werk entstanden ist, spüren können und wie sich dies auf unsere Reaktion auswirkt, selbst auf einer unbewussten Ebene.
Der Titel der Ausstellung „Between Ripples and Folds” (Zwischen Wellen und Falten) deutet auf etwas Verborgenes und Magisches hin – eine Einladung in Räume, die sich einer festen Bedeutung entziehen. Sie evoziert eine Spannung zwischen Zusammenziehung und Ausdehnung: nach innen gefaltet zu intimen, versteckten, sich überlappenden Formen, während sie sich gleichzeitig nach außen wellenförmig ausbreitet – fließend, kontinuierlich, nach unendlichen Möglichkeiten strebend. Wir sind eingeladen, Girolettis Oberflächen nicht nur zu betrachten, sondern in sie einzutauchen, uns weniger auf das zu konzentrieren, was sie darstellen, sondern vielmehr darauf, wie wir sie verkörpern oder uns durch sie bewegen können.
Vernissage: Donnerstag, 20. November 2025, 18 – 20 Uhr
Ausstellungsdaten: Freitag, 21. November – Samstag, 20. Dezember 2025
Bildunterschrift Titel: Gabriela Giroletti. High Noon on a Long Road, 2025. Öl auf Leinwand und Holz | 170 x 194 cm
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