post-title Fabian Knecht | Frank | alexander levy | 14.11.–19.12.2025

Fabian Knecht | Frank | alexander levy | 14.11.–19.12.2025

Fabian Knecht | Frank | alexander levy | 14.11.–19.12.2025

Fabian Knecht | Frank | alexander levy | 14.11.–19.12.2025

bis 19.12. | #4887ARTatBerlin | Galerie alexander levy zeigt derzeit die Ausstellung Frank des Künstlers Fabian Knecht.

Frank (2025) durchzieht den Ausstellungsraum mit einem schwer zu verortenden Knacken und Knistern. Die Tonquelle – hinter einer Wand verborgen – stammt von platzenden Bläschen aus Gelenkflüssigkeit. Die Arbeit macht einen funktionalen Zusammenhang sichtbar, der für alle Exponate relevant ist: die körperlich belastende Tätigkeit des Art Handling, die Voraussetzung dafür ist, dass Kunst überhaupt rezipierbar wird. Für diese Arbeit sucht Fabian Knecht regelmäßig seinen Chiropraktiker Frank auf, der zugleich die Klangbasis für das Werk liefert.

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Fabian Knecht, “Lachen ist verdächtig (Ist Fabian sich sicher, dass die Stoffe bunt sind?)”, 2025, Transport trolley, textile, 158 x 132,5 x 100 cm, courtesy of the artist and alexander levy, Berlin. Photo Fabian Knecht

Zwei weitere Arbeiten – „Lachen ist verdächtig (Ist Fabian sicher, dass die Stoffe bunt sind?)“ (2025) und „Siegfried“ (2025) – wurden von anderen Künstlern geschaffen und von Knecht in den Kunstraum gebracht. Seit 2022 unterstützt er auf diese Weise den zivilen Widerstand in der Ukraine. Die aus Textilien bestehende formlose Masse sind Tarnnetze, die zu Kriegsbeginn von der Zivilbevölkerung geknüpft wurden. Ihre Bedeutung liegt weniger im militärischen Nutzen als in ihrer gemeinschaftsstiftenden Funktion. Durch den Austausch gegen Militärnetze trägt Knecht zum Schutz kritischer Infrastruktur bei.

Wenn auf den langen Fahrten – neun­zehn Reisen und rund 63.000 Kilometer seit 2022 – akute Rückenschmerzen auftreten, verschafft eine Holzkugelsitzauflage Erleichterung. Knechts abgenutztes Exemplar hängt nun an der Galeriewand und verweist in „Siegfried“ sowohl auf Verletzlichkeit als auch auf die Hoffnung auf Sieg und Frieden.

Die Videoarbeit Der Weg des größten Widerstandes (seit 2022) dokumentiert mit Handyaufnahmen Knechts Fahrten durch die Ukraine. Das fortlaufende Projekt zeigt ein Land im Kriegsalltag: Gräber, zerstörte Häuser, Blumen, Tiere und alltägliche Szenen zugleich.

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Fabian Knecht, “Siegfried”, 2025, Wooden beads, nail 140 x 45 x 6,5 cm, courtesy of the artist and alexander levy, Berlin. Photo Fabian Knecht

In Frank legt Knecht offener als zuvor die Infrastruktur offen, die seine künstlerische und solidarische Arbeit ermöglicht: den Transport der Netze und die damit verbundene körperliche Arbeit. Unsichtbar bleibt die finanzielle Unterstützung, die durch den Verkauf der Werke generiert wird. Durch sein Agieren im Kunstsystem erzielt er konkrete gesellschaftliche Effekte und stärkt den ukrainischen Widerstand. So nutzt er das Kunstfeld als flexiblen materiellen Kontext für humanitäre Umverteilung und macht zugleich auf die Bedeutung von Infrastruktur für das von Putins Gewalt bedrohte Leben aufmerksam. Wie bereits in früheren Arbeiten, etwa der Dokumentation der zerstörten Desna-Brücke (2022), verweist er auch hier darauf, dass der Versand von Verteidigungsmaterial in der Ukraine längst alltägliche Realität ist.

Ausstellungsdaten: Freitag, 14. November – Freitag, 19. Dezember 2025

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Bildunterschrift Titelbild: Fabian Knecht, “Frank”, 2025, Audio on Dubplate, 6.54 min, Edition of 5 + 2 A.P., courtesy of the artist and alexander levy, Berlin. Photo Fabian Knecht

Ausstellung Fabian Knecht– Galerie alexander levy | Contemporary Art – Zeitgenössische Kunst in Berlin – Ausstellungen Berlin Galerien – ART at Berlin

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