bis 18.04. | #4927ARTatBerlin | Galerie Esther Schipper präsentiert ab 13. März 2026 die Ausstellung Echoes of KA des Künstlers Thomias Radin.
Esther Schipper Berlin freut sich, „Echoes of KA“ anzukündigen, eine Ausstellung von Thomias Radin mit brandneuen Gemälden und mehreren skulpturalen Arbeiten. Dies ist Radins viertes Projekt mit der Galerie, nach seinen Ausstellungen in Paris und Seoul sowie einer Präsentation in Berlin zwischen 2025 und 2024, dem Jahr, in dem er in das Programm aufgenommen wurde.
Tief geprägt von seinem Geburtsort Guadeloupe und seiner Kindheit in Frankreich, schöpft Radin in seinem Schaffen aus vielschichtigen kulturellen Traditionen, die sich über die Karibik und Europa erstrecken. Tanz, Malerei und Skulptur greifen in seinen Werken ineinander. Seine Gemälde, oft in handgeschnitzten Holzrahmen, zeigen Motive – darunter Engel, architektonische Formen, Marmor oder Wasser –, die eine Auseinandersetzung mit dem europäischen visuellen Erbe sowie mit altägyptischen, griechischen und christlichen Mythologien widerspiegeln. Inspiriert vom altägyptischen Konzept des Ka – einer unsichtbaren Lebenskraft, die Zeit und Raum überwindet – verfolgt Radins Ausstellung dessen Weg von Afrika über die Karibik nach Europa als allegorisches Motiv, das in Musik, Tanz, Sprache und Bildhauerei nachhallt.
Im Kreolischen – einer Sprache, die sich aus Französisch, Kikongo und indianischen Sprachen gebildet hat – fungiert das aus dem Kikongo entlehnte Verb „ka“ als Marker für Handlung und Werden. In diesem sprachlichen Kontext suggeriert „ka“ Bewegung und Kontinuität über Zeit und Raum hinweg. Vitalität wird nicht als isolierte Kraft verstanden, sondern als etwas Geteiltes und Zirkulierendes, das fähig ist, sich durch Körper und Gemeinschaften zu verwandeln. Radin nutzt diese Idee als Rahmen, um über Gestik, Resonanz und kollektives Handeln nachzudenken.
Der Ausstellungsraum ist als ruhiger Innenhof konzipiert. Zwei hölzerne Bögen flankieren die Eingänge zur Ausstellung und markieren Übergänge. Eine Folge von vier Trompe-l’œil-Fresken, die eine Meereslandschaft darstellen, schafft diesen Rahmen, und an zwei zentralen Säulen angebrachte Spiegelflächen reflektieren und vervielfachen die Präsenz des Betrachters. Hier fungiert der Innenhof nicht nur als architektonischer Bezugspunkt, sondern auch als sozialer Raum – ein Ort der Begegnung, der Zirkulation und der Kontemplation. Auf diese Weise spiegelt er Édouard Glissants Vorstellung vom „kreolischen Garten“ wider, in dem Identität durch Beziehungen, Überschneidungen und Austausch entsteht und nicht durch festgelegte Ursprünge. Radins Innenhof wird zum räumlichen Ausdruck dieser Idee: eine Umgebung, in der Echos widerhallen und Geschichten zusammenfließen.
Bei dieser Gemäldeserie dreht sich Radins Schaffensprozess um die Idee des Echos. Seine Methode übersetzt metaphysische und spirituelle Konzepte in visuelle Fragmente und erinnert daran, wie Eadweard Muybridge Bewegung in aufeinanderfolgende Bilder zerlegte. Jedes Fragment fungiert als eine schwebende Schwingung zwischen dem, was geschehen ist, und dem, was weiterhin nachhallt. Tanzen – den Körper zu aktivieren und zu artikulieren – ist selbst ein Echo von Rhythmus und Frequenz. Die Gemälde, oft in dynamischen Gesten ausgeführt, zeigen Figuren, die mitten in der Bewegung eingefangen sind, ihre Posen voller körperlicher Intensität. Bewegung wird zum Vehikel für Erinnerung und Erzählung, wobei die Geste historisches und spirituelles Gewicht trägt.
Tanz steht im Mittelpunkt von Radins Schaffen. Musik und Bewegung finden durch fragmentierte Körper, gestische Pinselführung und Bezüge zu Hip-Hop, Gwo Ka und Capoeira Eingang in seine Gemälde. Seine Auseinandersetzung mit karibischen Tanztraditionen erstreckt sich auf deren Einfluss auf die zeitgenössische Choreografie, einschließlich Persönlichkeiten wie Alvin Ailey, Germaine Acogny und Ismael Ivo, deren Praxis Performance mit Spiritualität und politischem Bewusstsein verbindet.
Die skulpturalen Arbeiten übertragen dieses Vokabular in den Raum. Radins Strukturen, die von Hand geschnitzt sind und in einer über Generationen gepflegten Familientradition der Tischlerei verwurzelt sind, bekräftigen die Holzarbeit sowohl als materielles Erbe als auch als soziales Modell. Architektonische Elemente prägen die Kulisse, während bankartige Elemente die Besucher zum Sitzen, Nachdenken und Austausch einladen. Teil der bankartigen Skulpturen sind überdimensionale Dominosteine, ein wiederkehrendes Motiv, das dem Alltag in Guadeloupe Tribut zollt und die volkstümliche Mathematik sowie die Weitergabe von Wissen feiert, die dauerhafte Verbindungen über Generationen hinweg schmiedet.
Vernissage: Freitag,13. März 2026
Ausstellungsdaten: Freitag, 13. März – Samstag, 18. April 2026
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Bildunterschrift Titel: Thomias Radin, Echoes of KA, Esther Schipper, Berlin, 2026. Photo © Andrea Rossetti
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