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Drachensteigen – Carl Spitzweg

Künstler

Franz Carl Spitzweg, geboren am 05.02.1808 in Unterpfaffenhofen, gestorben 23.09.1885 in München, war ein deutscher Maler. Seine Werke stehen vielfach exemplarisch für die Deutsche Romantik, obwohl viele seiner Werke einen humoristisch-karikaturhaften, ironisierenden oder augenzwinkernden Inhalt haben. Mit zunehmendem Alter entwickelten sich die Arbeiten Spitzwegs idyllischer. Auf Betreiben des Vaters hatte Carl Spitzweg die Laufbahn eines Apothekers eingeschlagen. Er gab seinen Beruf jedoch auf, nachdem er 1833 bei einem Kuraufenthalt den Entschluss gefasst hatte, sich ganz der Malerei zu widmen. Spitzweg war zwar Mitglied des Münchner Kunstvereins, von seiner Ausbildung her jedoch Autodidakt.

Kunstwerk

„Drachensteigen“ entstand zwischen 1880 und 1885, also zum Lebensende des Künstlers hin. Es misst nur 12 x 38 cm (Breite x Höhe).

Kurzbeschreibung

Durch die Wiese mäandert ein Fußweg, auf dem in Richtung des Betrachters eine Frau mit einem Kind auf dem Arm spaziert, begleitet von zwei Knaben und einem kleinen Mädchen. Ein Knabe läuft vorweg, ihm zu Füßen springt ein weißes Hündchen. Der Knabe reißt im Lauf einen Arm in die Höhe, begeistert in Richtung Himmel weisend. Folgt man seinem Weisen, bleibt der Blick an einer hauchzarten Drachenschnur hängen, die den Himmel fast unsichtbar teilt, und an deren Ende ein Drachen schwebt. Welchen der drei im Bild sichtbaren Drachen die Schnur mit seinem Besitzer verbindet, ist nicht eindeutig erkennbar. Sehen wir im Bildvordergrund doch nur einen Jungen, der diese eine Schnur erfahren mit einem Arm steuert. Ihm zur Seite ein weiterer Junge und ein Mädchen mit einer Puppe oder einem Baby auf dem Arm, das friedvolle Spektakel betrachtend. Die Wiese selbst zeigt kein sattes Grün, sondern einen milden Braunton, wie im Frühjahr nach der Schneeschmelze oder im Herbst nach der Heumahd. Der wolkenlose Himmel scheint jedoch frühlingshaft frisch und lässt den Betrachter fragend zurück, wo denn der Wind herkommen mag, den die Drachen für ihren Flug benötigen.

Gattung & Material

Malerei der Romantik, gemalt in Öl auf Karton

Wo finde ich das Kunstwerk in Berlin?

In der Alten Nationalgalerie auf der Museuminsel, Bodestraße 1-3, 10178 Berlin-Mitte. Um zu erfahren, wie sie dorthin gelangen, klicken Sie bitte auf den Link unterhalb des beschreibenden Textes.

Drachensteigen – Carl Spitzweg

Hier ist es wohl neben dem Dargestellten im Besonderen das Format des Werkes, welches dem Betrachter sofort auffällt. Nur 12 cm schmal und 38 cm hoch ist das Bild „Drachensteigen“. Formal fast exakt im Verhältnis 1:3 angelegt, findet sich diese Aufteilung auch im Inhalt. Ein wolkenloser, lichtblauer Himmel dehnt sich scheinbar unendlich hoch über einer Wiese. Am Horizont erkennt man die schmale Silhouette einer Stadt. Sie wirkt wie eine feine Trennlinie zwischen der Wiese, die ein Drittel des Bildes einnimmt, und dem Himmel, der zwei Drittel belegt.

Durch die Wiese mäandert ein Fußweg, auf dem in Richtung des Betrachters eine Frau mit einem Kind auf dem Arm spaziert, begleitet von zwei Knaben und einem kleinen Mädchen. Ein Knabe läuft vorweg, ihm zu Füßen springt ein weißes Hündchen. Der Knabe reißt im Lauf einen Arm in die Höhe, begeistert in Richtung Himmel weisend. Folgt man seinem Weisen, bleibt der Blick an einer hauchzarten Drachenschnur hängen, die den Himmel fast unsichtbar teilt, und an deren Ende ein Drachen schwebt. Welchen der drei im Bild sichtbaren Drachen die Schnur mit seinem Besitzer verbindet, ist nicht eindeutig erkennbar. Sehen wir im Bildvordergrund doch nur einen Jungen, der diese eine Schnur erfahren mit einem Arm steuert. Ihm zur Seite ein weiterer Junge und ein Mädchen mit einer Puppe oder einem Baby auf dem Arm, das friedvolle Spektakel betrachtend. Die Wiese selbst zeigt kein sattes Grün, sondern einen milden Braunton, wie im Frühjahr nach der Schneeschmelze oder im Herbst nach der Heumahd. Der wolkenlose Himmel scheint jedoch frühlingshaft frisch und lässt den Betrachter fragend zurück, wo denn der Wind herkommen mag, den die Drachen für ihren Flug benötigen.

Jedoch scheint die Frage bald irrelevant angesichts der idyllischen Szene, die unbeschwerte Tage der Kindheit zeigt und an die Worte in Johann Wolfgang Goethes Gedicht „Osterspaziergang / Vor dem Tor“ denken lässt: „(…) Kehre dich um, von diesen Höhen nach der Stadt zurück zu sehen! Aus dem hohlen finstern Tor dringt ein buntes Gewimmel hervor. Jeder sonnt sich heute so gern. Sie feiern die Auferstehung des Herrn, denn sie sind selber auferstanden: Aus niedriger Häuser dumpfen Gemächern, aus Handwerks- und Gewerbesbanden, aus dem Druck von Giebeln und Dächern, aus der Straßen quetschender Enge, aus der Kirchen ehrwürdiger Nacht sind sie alle ans Licht gebracht. (…)“.

So sehr den Betrachter angesichts des weiten Himmels das Gefühl von Freiheit überkommt, genau so empfindet er im Gegensatz dazu die Winzigkeit und Fragilität des Menschen, der wie ein schwebender Drache dem Spiel der Natur ausgeliefert ist. Doch in diesem Augenblick herrscht Friede und Leichtigkeit.

Hier geht es zu dem Museum in Berlin, in dem Sie dieses Meisterwerk finden

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