post-title Irmel Kamp | Zink | Soy Capitán hosting Galerie Thomas Fischer | 07.03.–11.04.2020

Irmel Kamp | Zink | Soy Capitán hosting Galerie Thomas Fischer | 07.03.–11.04.2020

Irmel Kamp | Zink | Soy Capitán hosting Galerie Thomas Fischer | 07.03.–11.04.2020

Irmel Kamp | Zink | Soy Capitán hosting Galerie Thomas Fischer | 07.03.–11.04.2020

bis 11.04. | #2706ARTatBerlin | Galerie Thomas Fischer zu Gast bei Soy Capitán zeigt ab dem 7. März 2020 die Ausstellung „Zink“ der Künstlerin Irmel Kamp.

Es gibt diesen besonderen, bläulichweißen, matten Schimmer der Dächer von Paris, wenn man von oben auf die Stadt sieht. Es ist Zink, dessen Verarbeitung Georges-Eugène Haussmann für die ganze Stadt angeordnet hatte. Das Material stammt aus Kelmis/La Calamine an der deutsch-belgischen Grenze, und auch Irmel Kamp stammt aus dieser Gegend. Ende der siebziger Jahre begann sie ihre erste Serie überhaupt.

ART-at-Berlin---Galerie-Thomas-Fischer---Irmel-Kamp--
Irmel Kamp, Aubel, 1982, Gelatin Silver Print, 40 x 33 cm

Es sind Aufnahmen von Gebäuden mit Zinkfassaden, die sie systematisch in einem bestimmten Gebiet fotografiert hat. Das Projekt lief über mehrere Jahre, und es war beendet, als alles getan war.

Mit der Mittelformatkamera und Stativ ausgerüstet, geht Irmel Kamp Ende der siebziger Jahre erstmals ihrem Interesse an der Architektur nach. Die Architektur, sagt sie, habe sie zur Fotografie gebracht. Dass sie Gebäuden bestimmte formale, aber auch erzählerische Qualitäten ansieht, die andere übersehen würden, zeigt ihre Bauhaus-Serie aus Tel Aviv. Das ostbelgische Gebiet hinter Aachen kennt sie seit ihrer Kindheit.

Alle Zinkblechfassaden zeigen nach Westen. Sie sind die Gesichter der Häuser, die sie dem Wetter unerschrocken entgegen halten. Und wie in einem Gesicht sammeln sich auch auf dem Zinkblech Jahre und Erfahrungen: Der anfängliche Oxidationsprozess macht erste Spuren deutlich sichtbar. Doch die vermeintlichen Beschädigungen reparieren sich von selbst. Sie gleichen sich im Laufe der Jahre wieder an, weil die Patina sich immer weiter nachbildet.

Einerseits geht es Irmel Kamp um die archivarische Vollständigkeit. Es ist eine fast schon naturwissenschaftliche Methodik, mit der sie ihre Objekte sammelt und festhält. Doch ihre Betrachtungsweise isoliert ihren Gegenstand nicht von seinem Umfeld. Sie zeigt ganz bewusst die Blumenrabatten, die Elektroleitungen, das niedrige Gemäuer im Garten, das Pferd auf der Koppel. Auch wenn man keine Menschen sehe, gehe es ihr, sagt sie, um die Menschen, die diese Gestaltung vornehmen, diese Häuser bewohnen, diese Leben leben.

In der modernen Zinkverarbeitung gibt es den Begriff der „Vorbewitterung“. Man setzt dafür das Material bereits vorab Wetterbedingungen aus. Auch für Irmel Kamps Serie war das Wetter stets von Bedeutung. Sie wartete auf die für sie idealen Lichtverhältnisse: eine hohe Wolkendecke. Keine Sonne. Nur dann kommt auf ihren Fotografien die samtige Tiefe des Zink zur Geltung. Seine Schattierungen, Spuren und Verletzungen sind ein Prozess des Speicherns von Information. Eine Oberflächenreaktion, wie die Fotografie selbst.

Text: Silke Hohmann

Irmel Kamp (*1937 in Düsseldorf) lebt in Aachen.
Die Fotografien von Irmel Kamp wurden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, u.a. im Ludwig Forum
Aachen, Leopold-Hoesch-Museum, Düren, Ikob – Museum für Zeitgenössische Kunst, Eupen, SuermondtLudwig-Museum, Aachen, Bauhaus-Archiv, Berlin, Deutsches Architekturmuseum, Frankfurt, und Raum für Kunst, Aachen. International wurde ihre Arbeiten u.a. ausgestellt im Jüdischen Museum, Wien, GoetheInstitut, Lyon, ETH Zürich, Columbia University, New York, The Genia Schreiber University Art Gallery, Tel Aviv, und im Kunstgewerbemuseum, Brno.
Ihre Arbeiten sind u.a. in folgenden Sammlungen vertreten: Ludwig Forum Aachen, Ikob – Museum für Zeitgenössische Kunst, Eupen, Belgien, Paul Sack Collection, San Francisco, und J.P. Morgan Collection, New York.

Vernissage: Freitag, 6. März 2020, 18:00 bis 21:00 Uhr @Soy Captán, Prinzessinenstraße 29, Berlin-Kreuzberg

Ausstellungsdaten: Samstag, 7. März bis Samstag, 11. April 2020

Zu Soy Capitán

 

Ausstellung Irmel Kamp – Zink – Galerie Thomas Fischer bei Soy Capitán – Ausstellungen Galerien Berlin | ART at Berlin

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